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Kennst du Gotthold Ephraim Lessing?
vorgestellt von Jürgen Krätzer

Jürgen Krätzer eröffnet uns eine neue Sicht auf den Autor. Lessing entpuppt sich als schulverdrossener Aufrührer, als Student in „schlechter Gesellschaft" und als leidenschaftlicher Glücksspieler, der sich von Job zu Job hangelt. Bewusst stellte er sich gegen die damaligen Erwartungen und prangerte die Scheuklappen der Gesellschaft an. Krätzer zeigt dies anhand unkonventioneller Fabeln und Gedichte, seiner Kritiken und Briefe. Zugleich setzt er sich mit Lessings neuartiger Theatertheorie und den aufklärerischen Werten in seinen Dramen auseinander. Dabei gelingt es ihm aufzuzeigen, wie relevant und modern deren Themen noch heute sind.

Der Schlangenstein

Der Schlangenstein

Adolf Stahr

Viele Legenden ranken sich um den einmaligen Schlangenstein im Ilmpark zu Weimar, nahe des Borkenhäuschens. Nachdem der originale Stein von Martin Gottlieb Klauer im Auftrag des Herzogs Carl August zu Ehren Goethes 1787 aufgestellt wurde, kursierten viele Legenden darüber, aus welchem Grund dieses Denkmal mit der großen Schlange an dieser Stelle steht. Die Sage von Weimar weiß zu berichten:

Carolin Eberhardt


Der Schlangensteinberhalb der von der Ilm umflossenen Glockenwiese, wo der untere und obere Park zusammenstoßen, steht ein Denkmal, das dem Schutzgeiste des Ortes („Genio huius loci“) gewidmet ist. Es besteht aus einem antiken Säulenstumpf in Altarform, um den sich eine gewaltige Schlange nach den obenauf liegenden Opferbroten hinwindet. In früheren Zeiten, so lautet die Volkssage darüber, war dieser Teil des Ilmufers, die sogenannte „Kalte Küche“, ein höchst unheimlicher Ort, der durch allerlei giftiges Gewürm unsicher gemacht wurde. Niemand betrat gern diese Gegend, und wer dazu gezwungen war, malte sich zum Schutz gegen Geisterspuk und Drachenbrut vorher drei Kreuze auf die Schuhsohlen. Als aber dort der liebliche Park angelegt wurde, seien die alten Schrecken des Ortes verschwunden und man habe zum Symbol der nunmehrigen Sicherheit den Altar mit der Schlange dort aufgerichtete. Nach anderer Erzählung soll eine große giftige Schlange in dieser Gegend gehaust haben, und es sei lange nicht gelungen, des schädlichen Tieres habhaft zu werden. Endlich habe ein Bäcker den klugen Gedanken gehabt, große vergiftete Kuchen in der Nähe der Schlangenhöhle auf einen Felsblock zu legen. Der Erfolg sei nicht ausgeblieben. Die lüsterne Schlange fraß sich das Verderben an den Giftkuchen, und zum Gedächtnis dieses Ereignisses wurde das Bild in Stein gehauen und aufgestellt.




*****

Bilderquellen:

De Angrboda (in da Middn) und ia Bruad: de Midgardschlanga, de Hel und da Fenrir. (Emil Doepler, 1905) via Wikimedia Commons Gemeinfrei; Wald bei Nacht und Nebel, 2018, Urheber. DarkWorkX via pixabay CCO; neu bearbeitet von Carolin Eberhardt.


Textquellen:

Stahr, Adolf: Weimar und Jena, Erster Band, 1852, S.15; Francke,August Hermann: Weimar und Umgebung, 1891; erzählt von Carolin Eberhardt.

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