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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Schlangenstein in Weimar

Schlangenstein in Weimar

Florian Russi

Wahrzeichen der klassischen Kultur und des Humanismus

Der Schlangenstein im Park an der Ilm
Der Schlangenstein im Park an der Ilm

Am linken Flussufer im Weimarer Park an der Ilm, in der Nähe von Borkenhäuschen und Shakespearedenkmal steht der Schlangenstein, der vielen als ein Wahrzeichen der Klassikerstadt gilt. Es handelt sich um eine Kopie. Das durch Witterung und Kriegsereignisse beschädigte Original befindet sich heute in dem nicht weit entfernten „Römischen Haus". Schöpfer der steinernen Skulptur war der Bildhauer Martin Gottlieb Klauer, der viele Jahre in Diensten des Weimarer Fürstenhofs stand. Von ihm stammen u.a. auch die Neptunfigur auf dem Marktbrunnen, das Mozartdenkmal und der Kenotaph für Prinz Konstantin im Tiefurter Park sowie Büsten von Goethe, Schiller, Herder und Wieland.

Den Schlangenstein schuf Klauer im Jahr 1787 im Auftrag des Herzogs und Goethefreundes Carl August (1757-1828). Der Herzog wollte mit dem Stein seinen Freund ehren, der sich zu dieser Zeit in Italien aufhielt, und zum Ausdruck bringen, dass Weimar dank Goethe und anderer Dichter und Denker seiner Zeit zu einer Stadt des Geistes geworden war.

Um den Stein windet sich eine Schlange, die in eines der auf dem Podest liegenden Brote beißt. Die Schlange ist seit der Antike Symbol der Fruchtbarkeit und Heilkraft. Die Brote stellen das wichtigste Lebensmittel des Menschen dar, das er durch sein Erkennen, Denken und seine Schaffenskraft aus einer Frucht der Erde hergestellt hat und nun einer höheren Macht als Opfergabe darbietet. 

In den Stein gemeißelt sind die lateinischen Worte „Genio huius loci". Übersetzt bedeuten sie: Dem Geist, bzw. Schutzgeist oder der Aura dieses Ortes. Für die Römer war der Genius - in dem Wort stecken die Begriffe Gen und Genie - der persönliche Schutzgeist, den jeder Mensch hatte und der seine Entwicklung, sein Leben und sein Schicksal mitbestimmte. Die Vorstellung eines solchen Geistes wurde später auch auf Gebäude, Einrichtungen oder Orte angewendet. Sie hält bis heute an.

In der Kulturgeschichte ist bekannt, dass bestimmte Orte eine besondere Geistigkeit, einen Nymbus, eine Symbolik, Inbrunst, Sinnlichkeit oder Frömmigkeit ausstrahlen können oder sich Menschen dort transzendenten Kräften nahe fühlen. Bergeshöhen, Lichtungen, Klöster, Wallfahrtsstätten, Kirchen, Schulen, Parlamente oder Regierungsgebäude können durch eine eigene Aura, Wertvorstellung, Charaktereigenschaft oder „Patina" gekennzeichnet sein. Deshalb drängt es Menschen zu den originären Wirkungsstätten oder auch zu den Gräbern von berühmten Persönlichkeiten, und es reicht ihnen nicht aus, nur davon zu hören oder darüber zu lesen. Dies ist auch der Grund, warum in der Gruppenforschung empfohlen wird, den Erfolg einer Gemeinschaft zu stärken, indem man den Ort, mit dem man gute Erfahrungen, Erinnerungen und Erlebnisse verbindet, immer wieder zum Treffpunkt wählt.

So steht der Schlangenstein in Weimar für die Tradition von Geist, Bildung und Humanismus in der europäischen Kulturstadt.

 

 

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Fotos: Florian Russi

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