Weimar Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.weimar-lese.de
Unser Leseangebot

Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Vergieb dem Vaterland

Gotthilf August von Maltitz

Satirisches Gedicht auf Schillers Adelung

Im Jahr 1799 nahm Friedrich Schiller seinen Wohnsitz in Weimar. Er war zu dieser Zeit Professor in Jena und ein bekannter Dramatiker und Dichter („Die Räuber" (1781), „Don Carlos" (1787/88), „Die Kraniche des Ibykus" (1797)). Trotzdem wurde er nicht wie Wieland oder Goethe zu Feierlichkeiten an den Hof eingeladen. Grund dafür war sein bürgerlicher Status. (Wieland und Goethe waren geadelt worden.) Vor allem Herzogin Luise, die Frau von Herzog Carl August soll streng auf die höfische Etikette geachtet haben. Als Schiller, nachdem er schon zwei Jahre in Weimar gewohnt hatte, schließlich doch eine Einladung an den Hof erhielt, lehnte er dankend ab und entschuldigte sich mit seiner Kränklichkeit. An Frau von Stein schrieb er, dass er nach keiner Auszeichnung begierig sei „die nicht persönlich ist". Dennoch wurde er 1802 auf Veranlassung des Herzogs „wegen seiner Verdienste um die deutsche Sprache" geadelt. An Wilhelm von Humboldt schrieb Schiller, dass er es sich um seiner Frau und Kinder willen habe gefallen lassen.
Was es mit öffentlichen Ehrungen und Titeln auf sich hat, formulierte Freiherr von Maltitz aus Anlass von dessen Adelung mit einer Eintragung ins Schilleralbum:


Florian Russi

„Deutscher Dichter, frei und groß,
Seltsam fiel Dein Lebenslos:
Wardst verketzert und verwiesen,
Wardst gefeiert und gepriesen,
Angestaunt in Deinem Streben
Und der Armut preisgegeben;
Dumm gelobt und dumm getadelt,
Und zuletzt auch noch geadelt!
Ach, vergieb dem Vaterland,
Meister, seinen Unverstand!"

    

  

----
Quelle: Karl Eduard Vehse, Der Hof zu Weimar, Anaconda Verlag, Köln, 2011