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London kommt!

Pückler und Fontane in England

Klaus-Werner Haupt

Hardcover, 140 Seiten, 2019

Im Herbst 1826 reist Hermann Fürst von Pückler-Muskau erneut auf die Britischen Inseln, denn er ist auf der Suche nach einer vermögenden Braut. Aus der Glücksjagd wird eine Parkjagd, in deren Folge die Landschaftsgärten von Muskau und Branitz entstehen. Auch die Bewunderung für die feine englische Gesellschaft wird den Fürsten zeitlebens begleiten.

Theodor Fontane kommt zunächst als Tourist nach London, 1852 als freischaffender Feuilletonist, 1855 im Auftrag der preußischen Regierung. Seine journalistische Tätigkeit ist weitgehend unbekannt, doch sie bietet ein weites Feld für seine späteren Romane.

Die vorliegende Studie verbindet auf kurzweilige Art Biografisches mit Zeitgeschehen. Die Erlebnisse der beiden Protagonisten sind von überraschender Aktualität.

Vergieb dem Vaterland

Gotthilf August von Maltitz

Satirisches Gedicht auf Schillers Adelung

Im Jahr 1799 nahm Friedrich Schiller seinen Wohnsitz in Weimar. Er war zu dieser Zeit Professor in Jena und ein bekannter Dramatiker und Dichter („Die Räuber" (1781), „Don Carlos" (1787/88), „Die Kraniche des Ibykus" (1797)). Trotzdem wurde er nicht wie Wieland oder Goethe zu Feierlichkeiten an den Hof eingeladen. Grund dafür war sein bürgerlicher Status. (Wieland und Goethe waren geadelt worden.) Vor allem Herzogin Luise, die Frau von Herzog Carl August soll streng auf die höfische Etikette geachtet haben. Als Schiller, nachdem er schon zwei Jahre in Weimar gewohnt hatte, schließlich doch eine Einladung an den Hof erhielt, lehnte er dankend ab und entschuldigte sich mit seiner Kränklichkeit. An Frau von Stein schrieb er, dass er nach keiner Auszeichnung begierig sei „die nicht persönlich ist". Dennoch wurde er 1802 auf Veranlassung des Herzogs „wegen seiner Verdienste um die deutsche Sprache" geadelt. An Wilhelm von Humboldt schrieb Schiller, dass er es sich um seiner Frau und Kinder willen habe gefallen lassen.
Was es mit öffentlichen Ehrungen und Titeln auf sich hat, formulierte Freiherr von Maltitz aus Anlass von dessen Adelung mit einer Eintragung ins Schilleralbum:


Florian Russi

„Deutscher Dichter, frei und groß,
Seltsam fiel Dein Lebenslos:
Wardst verketzert und verwiesen,
Wardst gefeiert und gepriesen,
Angestaunt in Deinem Streben
Und der Armut preisgegeben;
Dumm gelobt und dumm getadelt,
Und zuletzt auch noch geadelt!
Ach, vergieb dem Vaterland,
Meister, seinen Unverstand!"

    

  

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Quelle: Karl Eduard Vehse, Der Hof zu Weimar, Anaconda Verlag, Köln, 2011

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