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N wie Ninive
Erzählungen

In metaphorisch einprägsamen Stil  werden verschiedene Schicksale erzählt, die ihren Haupthelden alles abverlangen, sie an ihre Grenzen bringen. Bei der Frage nach der Schuld, nach Gerechtigkeit und Gott verstricken sich Zukunft und Vergangenheit. 

"Er hat einen eigenen Ton, ein bisschen mecklenburgisch erdenschwer, aber dann auch wieder sehr poetisch"

Frankfurter Allgemeine 07.10.2014 Nr. 232 S. 10 

Weimar-Verse von Goethe und Eckermann

Weimar-Verse von Goethe und Eckermann

Anette Huber-Kemmesies

Die kleine beschauliche Stadt an der Ilm hat nicht nur kulturell vieles zu bieten. Auch geschichtlich ist sie hoch interessant: Beispielsweise war der Staat Sachsen-Weimar-Eisenach der erste in der deutschen Geschichte, der sich eine Verfassung gab. Die Stadtgeschichte ist lang, und so reichen erste Aufzeichnungsfunde Weimars bis ins Jahr 899 zurück. Ein bedeutungsvoller Fund war der des Ehringsdorfer Urmenschen 1925, dessen Alter auf ca. 200.000 Jahre geschätzt wird. Ihren Namen aber bekam die Stadt aufgrund ihrer Lage, die als heilig angesehen wurde. Zunächst hieß sie „Wimares", formierte sich im Laufe der Zeit über „Wimari" zu „Wimar" und dann „Weimar". Die Bedeutung liegt vermutlich im altgermanischen bzw. althochdeutschen begründet: von „wih" für heilig oder geweiht und „mar" für See, Sumpf oder Moor.

Kulturell betrachtet ist und war Weimar ein Ort der Inspiration vieler Künstler. So war Goethe maßgeblich an der Errichtung und Gestaltung des Ilmparks beteiligt. Wie einigen vermutlich bekannt sein dürfte, nahm der Dichter oft und gerne an der sogenannten „Tafelrunde” teil, eine von Herzogin Anna Amalia ins Leben gerufene Leserunde, in der Texte von bekannten Autoren wie Shakespeare, Schiller oder Goethe selbst gelesen wurden. Und eben von dieser Gesellschaft handelt ein Gedicht Goethes mit dem Titel „Die Lustigen von Weimar”, ihren „Umtrieben” im Thüringer Land und der Erkenntnis, Weimar könnte durchaus mit einer Großstadt wie Wien mithalten. Und auch der für die Goetheforschung so wichtige Vertreter Johann Peter Eckermann (1792–1854) erkannte das Potential dieser, wie er es ausdrückt „kleinen, wunderbaren" Stadt, von der eine „heilige Macht" ausginge. Richtig als Ort der Künste deklariert, prophezeit er für das künftige Weimar auf ganz besondere Art das Staunen über eine Kleinstadt mit einer so großen kulturellen Geschichte.

 

Die Lustigen von Weimar 

Donnerstag nach Belvedere,
Freitag gehts nach Jena fort;
Denn das ist, bei meiner Ehre,
Doch ein allerliebster Ort!
Samstag ists, worauf wir zielen,
Sonntag rutscht man auf das Land;
Zwätzen, Burgau, Schneidemühlen
Sind uns alle wohlbekannt.

Montag reizet uns die Bühne;
Dienstag schleicht dann auch vorbei,
Doch er bringt zu stiller Sühne
Ein Rapuschchen frank und frei.
Mittwoch fehlt es nicht an Rührung,
Denn es gibt ein gutes Stück;
Donnerstag lenkt die Verführung
Uns nach Belveder' zurück.

Und es schlingt ununterbrochen
Immer sich der Freudenkreis
Durch die zweiundfunfzig Wochen,
Wenn mans recht zu führen weiß.
Spiel und Tanz, Gespräch, Theater,
Sie erfrischen unser Blut;
Laßt den Wienern ihren Prater;
Weimar, Jena, da ists gut!

(Johann Wolfgang von Goethe)

Weimar

Glücklich Weimar! - Von den Städten allen
Bist du, kleine, wunderbar bedacht;
Man wird stets zu deinen Toren wallen,
Angezogen von der heil'gen Macht;
Und man wird nach großen Männern fragen,
Die in schönen Zeiten hier gestrebt,
Und mit edlem Neid wird man beklagen,
Dass man mit den Edlen nicht gelebt.

(Johann Peter Eckermann)

 

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Bild "Goethe - Eckermann". Bearbeitung und Montage by Rita Dadder