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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Albert Schweitzer in Weimar

Albert Schweitzer in Weimar

Rita Dadder

Wie der Urwalddoktor in der Klassikerstadt zu Ehren kam

Albert-Schweitzer-Denkmal in Weimar
Albert-Schweitzer-Denkmal in Weimar

Auf dem Kegelplatz gegenüber dem Nordflügel des Weimarer Schlosses befindet sich ein beeindruckend schönes Denkmal für den Arzt und Humanisten Albert Schweitzer (1875-1965). Der gebürtige Elsässer war schon zu Lebzeiten eine Legende. Um Menschen aus Afrika medizinisch zu betreuen, verzichtete er auf eine Karriere als Theologe und Musikinterpret in Europa. Begleitet wurde er von seiner ihm treu verbundenen Frau Helene, geb. Breslau.

In dem in der früheren französischen Kolonie und heutigen Republik Gabun gelegenen Ort Lambarene errichtete er mit großem Einsatz und Spenden ein Krankenhaus, in dem die Menschen der Region medizinisch versorgt wurden. Von Patienten und einer zunehmenden weltweiten Anhängerschaft wurde er fast wie ein Heiliger verehrt. In Vorträgen, die ihn in viele Länder führten, mahnte er zum Frieden und zur Mitmenschlichkeit. 1953 wurde er mit dem Friedensnobelpreis für das Jahr 1952 ausgezeichnet.

Mit der Stadt Weimar hatte er unmittelbar keine Beziehung, jedoch war er als deutschsprachiger Humanist den Weimarer Klassikern eng verbunden. In der ehemaligen DDR stand Schweitzer in hohem Ansehen, weil er Friedensinitiativen unterstützte, die vom dortigen Regime lanciert worden waren. Mit dem früheren DDR-Chef Walter Ulbricht führte er deswegen auch einen Briefwechsel. Im Westen hielt man ihm deshalb politische Naivität vor.

Das Denkmal auf dem Kegelplatz wurde am 1.10.1968 auf Initiative der Ost-CDU errichtet und war damit zugleich das erste Albert-Schweitzer-Denkmal der Welt. Es zeigt nebeneinanderstehend die lebensgroßen Bronzefiguren eines afrikanischen Mädchens, des „Urwalddoktors" mit Tropenhut sowie einer jungen afrikanischen Mutter, die ein Kind auf dem Arm hält. Auf der steinernen Platte zu ihren Füßen sind die Lebensdaten Schweitzers zu lesen:

Albert-Schweitzer-Gedenkstätte im Musäus-Haus
Albert-Schweitzer-Gedenkstätte im Musäus-Haus

ALBERT SCHWEITZER
* 1875 KAYSERSBERG / ELSASS
† 1965 LAMBARENE / REPUBLIK GABUN

Das Denkmal wurde von dem Bildhauer Gerhard Geyer entworfen und von der Leipziger Firma Noack gegossen.

Außer dem Denkmal wurde Albert Schweitzer in Weimar auch ein Haus gewidmet. Das Albert-Schweitzer-Komitee erwarb Anfang der 1980er Jahre das ebenfalls am Kegelplatz gelegene ehemalige Wohnhaus des Märchensammlers und -dichters Johann Carl Musäus (1735-1787) und errichtete dort nach der Sanierung des Gedbäudes eine Albert-Schweitzer-Gedenkstätte. Für den Erhalt der Gedenkstätte wurde 1993 eine Stiftung gegründet.

 * * * * *

Literatur:
- Gitta Maria Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Verlag Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998.
- Friedrich Wilhelm Kantzenbach: Albert Schweitzer. Wirklichkeit und Legende. Verlag Muterschmidt, Göttingen 1969.

Fotos: Rita Dadder

 

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