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Goethes Begegnungen mit Felix Mendelssohn Bartholdy von Horst
Nalewski.
plus Musik CD

(2011, erschienen im Bertuch Verlag)

Goethes Faust

Von der Entstehung eines Lebenswerks

Über kein anderes Werk Goethes ist so viel nachgedacht, diskutiert und geschrieben worden. Es wurde und wird immer wieder neu aufgelegt, wurde mehrfach verfilmt. Teile daraus wurden vertont, so von Beethoven, Franz Schubert, Mendelssohn-Bartholdy, Richard Wagner und Charles Gounod. Auf deutschen Bühnen ist die Faust-Tragöde das meistbesuchte Theaterstück.

Theaterzettel der Uraufführung des Faust in Weimar
Theaterzettel der Uraufführung des Faust in Weimar

Als Goethe seinen Wohnsitz und Arbeitsschwerpunkt nach Weimar verlegte, hatte er auch das Manuskript des „Urfaust" und einige Ergänzungen und Entwürfe im Gepäck. Als 25-jähriger hatte er mit der Bearbeitung des Faustthemas begonnen. Johann Georg Faust war eine historische Person. Er lebte von 1480 bis 1541 und war ein wandernder Wunderheiler, Magier und Astrologe. Im Jahr 1587, sechsund-vierzig Jahre nach seinem Tod, erschien erstmals seine, stark mit Legenden durchwebte, Lebensgeschichte. In der Folgezeit wurde sie auch in phantasiereichen Puppen- und Volksschauspielen dargeboten. Was an dem Fauststoff so sehr faszinierte, waren die Geschichten über Magie und das Bündnis zwischen Mensch und Teufel. Für Goethe kam das „Gretchen-Thema" hinzu. Im Jahr 1772 verurteilte ein Frankfurter Gericht eine junge Frau mit den Vornamen Susanna Margarethe, die in Verzweiflung ihr uneheliches Kind umgebracht hatte, zum Tode. Es wird angenommen, das Goethe die Hinrichtung mit angesehen hat. 

Goethe plagte sich mit dem Text. Neben seinen politischen, gesellschaftlichen und privaten Verpflichtungen blieb ihm nicht ausreichend Zeit für die Bearbeitung des von ihm so groß und umfassend angelegten Themas.

Es waren Schiller und später Eckermann, die ihn dazu drängten, den Faust zu voll-enden. Hinzu kamen praktische Erfordernisse. Im Jahr 1790 und dann wieder im Jahr 1808 gab Goethe seine gesammelten Werke heraus. Dabei wollte er den Faust nicht außen vor lassen. 1806 hatte er den später als Faust I bekannten Teil abgeschlossen. Vollendet hat er die Tragödie mit dem als Faust II bezeichneten Teil im Jahr 1832, wenige Monate vor seinem Tod.


Richard Friedenthal schreibt darüber etwas salopp: „Den Urfaust schrieb er als fünfundzwanzigjähriger Jüngling, den Ersten Teil der Tragödie als Mann von fünfzig, den Zweiten Teil als Greis, um es summarisch zu sagen."
Zum Weiterlesen drücken Sie auf die oben bzw. unten aufgeführten Links, dort stoßen Sie auf fachkundige Besprechungen der einzelnen Teile der Fausttragödie. 
 

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Quellen:

[1] Richard Friedenthal, Goethe, Sein Leben und seine Zeit; R.Pieper Verlag. München,
1936

Bildquellen:

Theaterzettel der Uraufführung des "Faust, Der Tragödie erster Teil am 29. August 1829 von Goethe" in Weimar., gemeinfrei

Faust im Studierzimmer (Gemälde von Georg Friedrich Kersting, 1829), gemeinfrei


Bundesarchiv Bild 183-R90909, Weimar, Nationaltheater, Bundesarchiv, Bild 183-R90909 / CC-BY-SA