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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Goethe Hafis Denkmal

Goethe Hafis Denkmal

Rita Dadder

Mit 65 Jahren entdeckte Goethe den persischen Dichter Hafis. Er  las dessen erst kurz zuvor ins Deutsche übersetzen „Diwan" und war tief beeindruckt. Über zeitliche, geographische, religiöse und kulturelle Grenzen hinweg empfand er eine innige Geistesverwandtschaft mit dem persischen Poeten des 14. Jahrhunderts und ließ sich durch ihn zu seiner umfangreichen Gedichtsammlung „West-östlicher Divan" inspirieren. 

Stellvertretend für Hafis und Goethe stehen sich heute auf dem Beethovenplatz, am Rande des Ilmparks und am Rande der Altstadt in Weimar, zwei steinerne Stühle gegenüber - ein Denkmal, das  Kommunikation zwischen Kulturen, kulturelle Toleranz und Völkerverständigung  symbolisieren soll. Es wurde von der UNESCO gestiftet und anlässlich des Internationalen Jahres des Dialogs der Kulturen im Jahr 2000 vom damaligen Staatspräsidenten der Republik Iran Mohammed Chatami und dem damaligen deutschen Bundespräsidenten Johannes Rau  eingeweiht.

Gestaltet wurde das Denkmal von Ernst Thevis und Fabian Rabsch. Die beiden überdimensionalen Stühle sind aus einem Granitblock geschnitten, zwei Teile eines Ganzen, die zusammengefügt wieder den ursprünglichen Steinblock ergeben würden. Sie stehen in west-östlicher Ausrichtung auf einer bronzenen Sockelplatte, die - im Gegensatz zu den klaren Formen der Stühle - reich mit persischer Ornamentik verziert ist.  Im Zentrum des Bronzeteppichs sind in persischer Kalligraphie Verse von Hafis eingelassen, während die Enden an den beiden Schmalseiten der Platte, quasi die Teppichfransen, mit Goethe-Versen geschmückt sind:

Herrlich ist der Orient
übers Mittelmeer gedrungen
Nur wer Hafis liebt und kennt,
weiß was Calderon gesungen.

 

Wer sich selbst und andre kennt
Wird auch hier erkennen
Orient und Okzident
sind nicht mehr zu trennen.

"In einem Boot". Eine temporäre Installation im Jahr 2014 zwischen Goethes Geburtstag (28. August) und Hafis-Gedenktag (12. Oktober). 

*****

Fotos: Rita Dadder

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Haifis-Goethe-Denkmal
99423 Weimar

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