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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Napoleonstein auf dem Ettersberg

Napoleonstein auf dem Ettersberg

Andreas Preis

Auf dem über Weimar gelegenen Ettersberg, dessen erholsame Naturschönheit schon Goethe in seinen Bann zog, gibt es neben der Mahn und Gedenkstätte Buchenwald auch immer wieder Orte zu entdecken an denen Begebenheiten stattfanden die nicht zu den dunklen Kapiteln der NS Zeit gehören.

Versteckt auf einer idyllischen Lichtung mitten im Wald liegt seit ca. 200 Jahren ein einfacher Kalkstein, beschriftet mit der Jahreszahl 1808. Der verwitterte Gedenkstein erinnert an eine Prunkjagd anlässlich des Fürstenkongresses in Erfurt.

Herzog Carl August ließ am 6. Oktober 1808 eine Jagd zu Ehren hoher Gäste veranstalten - unter ihnen der französische Kaiser Napoleon I, der russische Zar Alexander I, König Friedrich August von Sachsen sowie viele weitere deutsche und europäische Herzöge, Fürsten, Grafen und hohe Staatsdiener. Abgesehen vom zweifelhaften politischen Erfolg des Fürstenkongresses war auch diese Prunkjagd nach Ansicht Napoleons eher enttäuschend. Die Zahl der zur Strecke gebrachten Wildstücke entsprach wohl nicht seinen Vorstellungen. Nur am Rande bemerkt müssen laut Chronisten vor allem seine eher mäßigen Schießkünste dafür verantwortlich gewesen sein.

Auf jener Lichtung, auf der heute der Gedenkstein seiner Wiederentdeckung entgegenschlummert, stand vor 200 Jahren eine festlich geschmückte, von 26 Pfosten getragene offene Zelthalle. Symbolisch dafür wurden im Jahre 1817 auf Geheiß Herzogs Carl Augusts 26 Linden gepflanzt, die in Bezug auf dieses Ereignis die „Kaiserlinden" heißen.

Pflanzaktion Kaiserlinden
Pflanzaktion Kaiserlinden
In einem kleinen feierlichen Akt wurden durch den Oberbürgermeister von Weimar, Herrn Wolf, dem Beigeordneten für Kultur der Stadt Erfurt Herrn Kindervater und Bürgermeister Herrn Schwind (als Vertreter des europäischen Verbundes der Napoleonstädte), in einer Pflanzaktion im März drei fehlende Linden ersetzt. Passend dazu wurde ein Gläschen Sekt und Russischer Zupfkuchen gereicht.

Derzeit werden die Linden und auch der Napoleonstein über ein gemeinsames Projekt des Forstamtes Bad Berka, der Stadt Weimar (innerhalb des Programms „Entente Florale") sowie der M.I.T. gGmbH, in Zusammenarbeit mit der ARGE Weimar, aus Ihrem Dornröschenschlaf erweckt.

Im Verlaufe des Jahres 2008 sollen die Waldwege zum Standort sowie der Standort selbst naturverträglich so hergerichtet werden, dass dem Wanderer und Erholungssuchenden dieser historische Ort wieder zugänglich wird. Zusätzlich werden neu erstellte Wegweiser und Informationstafeln die Orientierung erleichtern.

 

 

 

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Fotos: Andreas Preis

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99427 Weimar

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