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Winckelmann im Kreise der Gelehrten

Klaus-Werner Haupt

Das Gemälde "Winckelmann im Kreise der Gelehrten in der Nöthnitzer Bibliothek" von Theobald Reinhold Anton Freiherr von Oer steht im Mittelpunkt dieser Abhandlung über Winckelmann. Es dient dem Autor als Vorlage für eine kurze szenische Darstellung, in der die Geisteshaltungen und die Kontroversen der zwölf Gelehrten sichtbar werden.
Insgesamt besteht das Heft aus drei Teilen. Einem Kurzabiss zum Maler von Ohr, dessen Bild im Mittelpunkt steht, dann der szenischen Abhandlung, die das Bild zum Leben erweckt. Anschließend wird in einem wissenschaftlichen Abriss Winckelmann als Wegbereiter der Weimarer Klassik abgehandelt.

Weimars Name

Weimars Name

Anette Huber-Kemmesies

Der ständige Wissensdurst des Menschen und die Forschung hat uns viel Erleuchtung über die Kulturstadt Weimar verschafft. Wir wissen, durch welche günstigen Umstände Weimar zu dem Kulturzentrum avancierte, dass es heute ist. Dabei geraten aber wichtige Details in den Hintergrund, so, wie beispielsweise der Name der Stadt selbst: Er wurde oft und über die Jahre hinweg (um-)gedeutet. War Weimar in frühester Zeit etwa ein Sumpfgebiet? Befand sich dort ein Moor oder eine üppige Seenlandschaft? Oder ist der Grund der Namensgebung der Anbau von Wein oder gar der früheren Nutzung als Weidefläche, sowie das rege Markttreiben? Mit Sicherheit kann nichts behauptet werden, dennoch wird heute davon ausgegangen, dass sich der Name der Stadt aus dem altgermanischen wih für heilig und mar für Sumpf oder Moor zusammensetzt. Dies hängt wohl auch mit dem Fund einer Torfschicht, die bei archäologischen Ausgrabungen 1850 freigelegt wurde, zusammen. Der Ehringsdorfer Urmensch, dessen Überreste in einem Steinbruch Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt wurden und die auf ein Alter von ca. 200.000 Jahre geschätzt werden, tragen dazu bei, dass der Grund, auf dem sich die ersten Siedler niederließen, eine sumpfig-moorige Landschaft war - allerdings in längst vergangener Zeit. Heute ist uns noch die umfangreiche Flusslandschaft geblieben, aus deren Rauschen wir vielleicht das Flüstern der Vorfahren entnehmen können...

Oder: wir widmen unsere Aufmerksamkeit den Sagen der Stadt, die versuchen etwas Licht in das Dunkel zu bringen und somit das fließende Durcheinander zu ordnen, zu entwässern und trockenzulegen:

„Als eine der ältesten Siedlungen Thüringens, deren Ursprung bis in die Anfänge der christlichen Zeitrechnung hinaufreicht, hat Weimar auch einen ehrwürdigen Namen (Winmar, Wimmar, Wimar), dessen Sinn und Bedeutung sich dem allgemeinen Verständnis nicht mehr verrät. Das Bedürfnis, den unverständlichen Namen zu erklären, hat der geschäftigen Sage willkommenen Anlaß geboten zu allerlei volksmäßigen Lösungen des Rätsels. In der zweiten Hälfte des Namens findet die Sage eins der Worte Mark oder Markt, im ersten Teil aber den Wein oder die Wenden oder die Weide oder das Zeitwort weihen, und deutet demnach Weimar als Weinmarkt oder wendische Mark oder geweihte Mark oder Weimarkt oder Weidenmark. Auch von einem Weinmeier, der den Ort angelegt haben soll, leitet man wohl den Namen her, anderer gelehrter und ungelehrter Absonderlichkeiten zu verschweigen. Erst die neue Zeit hat in -mar das alte verloren gegangene Wort mar=Sumpfland, Moor, Teich richtig erkannt, während der erste Teil der alten Namensform Win-mar entweder als der adjektivische Dativ wihen = heiligen oder als das Hauptwort win = Trift, Weide zu erklären ist."

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(Quelle: Ellen und Paul Mitzschke: Sagenschatz der Stadt Weimar und ihrer Umgebung, Böhlhaus Weimar 1904)

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