Weimar Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.weimar-lese.de
Unser Leseangebot

Horst Nalewski
Kennst du Rainer Maria Rilke?
Der schwere Weg zum großen Dichter

Der junge Rilke wächst in Prag auf undentwächst den bürgerlichen Vorstellungen seiner familiären Umgebung. Auf der stetigen Suche nach sich selbst, findet er Halt im Schreiben und schreibt viel. "Der schwere Weg zum großen Dichter" ist hier verständlich und interessant dargestellt.

Hans Christian Andersen

Hans Christian Andersen

Hans Bader

„Von Weimar", meinte Hans Christan Andersen, „der Dichterstadt, ist Sonnenschein in mein Dichterleben hineingeströmt." Und er verehrte Goethe: „Je größer" der Dichter „ist, umso klarer weiß er das Ganze darzustellen - und eben durch dieses mächtige Hineingreifen in das menschliche Leben ist und bleibt Goethe so groß."

Hans Christian Andersen
Hans Christian Andersen

Andersen und Goethe trafen nie zusammen, obwohl der dänische Erzähler bereits 1831, also ein Jahr vor Goethes Tod, in Deutschland war, den Harz bereiste und die Sächsische Schweiz, Tieck und Chamisso kennen lernte. Andersen war am liebsten und ständig unterwegs. Niemand und nichts konnte ihn in Weimar halten. „Meine Erziehungsschule ist das Leben und die Welt", berichtet er von sich, der eine dunkle, schlimme Kindheit und Jugend verbrachte, aber unablässig an sich und das ihm wohlgesonnene Schicksal glaubte. Tatsächlich: Seine Reiseberichte, seine Gedichte und Romane und dann vor allem - und heute praktisch ausschließlich - seine Märchen wurden geschätzt, machten ihn bekannt und berühmt.


Andersen hat in den Märchen seine Erzählform gefunden, weil er einen engen Märchenbegriff aufbrach, das Universum aufscheinen ließ. Andersens Märchen sind „gesteigerte Wirklichkeit". 1857 schrieb er, dass die Märchendichtung ihm die „Repräsentation aller Poesie" sei. Seine Freundschaft mit Örsted, dem Physiker, vermittelt ihm, wie Naturwissenschaften und deren technische Nutzung dem Menschen ungeahnte Kräfte verleihen. Das unterstützte seinen Glauben an das Gute, den Glauben an ein letztlich erfolgreiches Wirken, wie er es an sich selbst erlebte. So ängstlich er war, so hypochondrisch und empfindlich - er stemmte sich den schwächenden Gefühlen mit großem Lebenswillen, mit Selbstvertrauen, mit Humor entgegen. Er wollte Ruhm - er bekam ihn. Er wollte finanzielle Sicherheit - er erreichte sie. Carl Gustav Carus schrieb in sein Stammbuch: „ Das wunderbarste Märchen ist das Leben des Menschen selbst."

-----------

Literatur:
Leopold Magon (Hrsg.): Hans Christian Andersen: Sämtliche Märchen und Geschichten. Zwei Bände, mit einem Essay. Gustav Kiepenheuer Verlag Leipzig und Weimar, 1985
Herbert Greiner-Mai in Zusammenarbeit mit Wolfgang Schneider und Horst H. Müller: Tourist-Führer Literatur. Dichter, Stätten, Episoden. VEB Tourist-Verlag Berlin und Leipzig, 1985
Merker/Stammler: Reallexikon der deutschen Literaturgeschichte. Fünf Bände. Walter de Gruyter Berlin und New York, 2001

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Hans Christian Andersen
von Christoph Werner
MEHR