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Die verlassene Schule bei Tschernobyl - Lost Place

Nic

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer der schlimmsten Nuklearkatastrophen. Die freigesetzte Radioaktivität entsprach dem zehnfachen der Atom-Bombe von Hiroshima 1945. Erst drei Tage später wurde die 3 km entfernte Stadt Prypjat evakuiert und alle Bürger mussten ab 14 Uhr "vorübergehend" ihren Wohnort verlassen. Seither ist die Mittelschule der Stadt verwaist.

30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Doch genau die machen den Ort sehenswert. Der Großteil der Mittelschule ist in einem unberührten Verfallszustand. Die Wände verlieren ihre Farbe, die alten Schulbücher erinnern an den einstigen Schulalltag. Das Heft zeigt Klassenräumen, Flure, die Turnhalle und die große Schulaula.

Das Heft bietet in der Mitte ein doppelseitiges Poster.

ISBN: 978-3-86397-121-2

Preis: 3,00 €

Iwan Sergejewitsch Turgenjew

Iwan Sergejewitsch Turgenjew

Hans Bader

Als Thomas Mann, Verehrer Weimars und der Weimarer Klassik, seinen Essay über Theodor Storm schreibt (1930), beginnt er diesen mit der Freundschaft zwischen Iwan Turgenjew und Theodor Storm. Turgenjew hatte „an den deutschen Kollegen eine respektvoll-herzliche Einladung" gesandt, und Storm besuchte den inzwischen bekannten russischen Dichter in Baden-Baden, wo Turgenjew von 1863 bis 1870 mit der Familie Vidardot lebte. Insbesondere mit dem Roman „Aufzeichnungen eines Jägers" (1854/55 in deutscher Sprache erschienen) war Turgenjew berühmt geworden. Nach seinem Studium in St. Petersburg war er nach Berlin gegangen, hatte dort Vorlesungen in Philosophie (vor allem der Hegelschen), alten Sprachen und Geschichte belegt. Er schrieb Gedichte, Poeme, Dramen. Ein Nachruf auf Gogol bringt ihm zwei Jahre Verbannung ein. Dem mittleren russischen Adel entstammend zieht es ihn nach dem Westen Europas, er entfernt sich von seinem Feind, der Leibeigenschaft (so schreibt er), „um ihn dann aus eben dieser Ferne um so heftiger anzugreifen."

Iwan Sergejewitsch Turgenjew
Iwan Sergejewitsch Turgenjew

Iwan Turgenjew war vom 6. bis 13. April 1869 in Weimar. Der Grund dieser Reise war die Aufführung der Operette „Der letzte Zauberer", zu der er den Text, Pauline Viardot die Musik geschrieben hatte. Sophie Luise von Sachsen-Weimar hatte zu ihrem Geburtstag am 8. April diesen Wunsch gehabt. Franz Liszt, der die Partitur gelesen hatte und in Weimar wohnte, vermittelte. Die Musik sei poetisch, originell, anmutig. Der Inhalt der Operette ist ein romantisches Märchen, in dem ein einst furchterregender Zauberer noch einmal seine Macht festigen will. Doch die Zauberkräfte schwinden, und mit Hilfe von Elfen und der Liebe wird er besiegt.

Die Operette war ein voller Erfolg. Es gab viel Applaus und Zustimmung. Der Großherzog bestellte daraufhin bei „Frau Giardot für die kommende Saison eine richtige Oper in drei Akten" (Turgenjew).

Der russische Dichter nutzte die Zeit, um sich Weimar „anzusehen, das ich bis dahin noch nicht kennengelernt hatte, was ich als fanatischer Goetheverehrer nicht ohne Scham eingestehe." Sein Fazit: „Dieses - die wirklich liebliche Umgebung ausgenommen - an Bequemlichkeiten und überhaupt an Schönheit recht arme, dafür aber an bleibenden Erinnerungen reiche kleine Städtchen hat mir sehr gefallen." „Wenn man an diesen klassischen Stätten weilt, erfaßt einen ein ganz besonderes Gefühl." „Ja, es macht Freude, durch Weimar zu fahren."

Dieses Feuilleton von Iwan Turgenjew in Form eines Briefes wurde am 5. Mai 1869 in einer Petersburger Zeitung zum ersten Mal abgedruckt und ist auch in deutscher Sprache in Turgenjews literaturkritischen und publizistischen Schriften nachzulesen.

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Literatur:
Thomas Mann (o.J.): Theodor Storm. In: Thomas Mann: Über deutsche Literatur. Leipzig: Verlag Philipp Reclam jun.
Dr. Gerhard Steiner (Hrsg.) (1963): Lexikon der Weltliteratur. Weimar: Volksverlag
Iwan Turgenjew (1979): Literaturkritische Schriften. Berlin und Weimar: Aufbau Verlag

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Bild oben: Gemälde von Ilja Repin, 1874
Foto unten: Turgenjew-Denkmal in St. Petersburg, Wikimedia Commons, User:LoKi

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