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N wie Ninive
Erzählungen

In metaphorisch einprägsamen Stil  werden verschiedene Schicksale erzählt, die ihren Haupthelden alles abverlangen, sie an ihre Grenzen bringen. Bei der Frage nach der Schuld, nach Gerechtigkeit und Gott verstricken sich Zukunft und Vergangenheit. 

"Er hat einen eigenen Ton, ein bisschen mecklenburgisch erdenschwer, aber dann auch wieder sehr poetisch"

Frankfurter Allgemeine 07.10.2014 Nr. 232 S. 10 

Kunstgewerbeschule Weimar

Kunstgewerbeschule Weimar

Uta Plisch

Der hufeisenförmige Südgiebel des Kunstgewerbeschulbaus. Hinter den Fenstern im 1.OG lag das Privatatelier Henry van de Veldes.
Der hufeisenförmige Südgiebel des Kunstgewerbeschulbaus. Hinter den Fenstern im 1.OG lag das Privatatelier Henry van de Veldes.

1902 gründete der Architekt Henry Van der Velde die Großherzoglich Sächsische Kunstgewerbeschule Weimar. Von 1904 bis 1911 dauerte die Gesamtplanungs- und Bauzeit der von ihm im Jugendstil erbauten Gebäude. Mehr Glas als Mauern, mehr Tageslicht als elektrische Lampen: Die Kunstgewerbeschule in Weimar scheint jeden, der draußen steht, einzuladen, einen Blick ins Innere zu werfen. Heute ist sie Teil der Weimarer Universität, doch gebaut wurde sie als eigenständiges Institut im Jahr 1904. Als ein Ort, an dem die Kunst neue Wege gehen sollte. Van der Velde gilt als Wegbereiter der Moderne und eine der Hauptfiguren in der Jugendstilbewegung. In der Kunstgewerbeschule gründete Walter Gropius später das Bauhaus.

Bis zur Gründung der Kunstgewerbeschule bot er kunstgewerbliche Seminare im Atelierhaus der Kunstschule Weimar an. Nach der Fertigstellung des neuen Gebäudes unterrichtete er am Anfang 16 Studierende in den neuen Räumen.

Vier Jahre dauerte die Ausbildung der Studenten. Der institutionelle Ausbau der Kunstgewerbeschule wurde 1910 abgeschlossen. Henry van de Velde blieb bis zum Jahr 1915 Direktor der Kunstgewerbeschule. Im selben Jahr wurde diese geschlossen.

Der Kunstgewerbeschulbau (Van-de-Velde-Bau)

Der im Jahre 1906 nach Plänen von Henry van de Velde errichtete Südflügel des Van-de-Velde-Baus.
Der im Jahre 1906 nach Plänen von Henry van de Velde errichtete Südflügel des Van-de-Velde-Baus.

Der Kunstgewerbeschulbau besteht aus zwei Gebäudeflügeln, einem Ostflügel (in Ost-West-Ausrichtung) und einem Südflügel (in Nord-Süd-Ausrichtung). Der Ostflügel war bereits 1905 für die am 1. November 1905 eröffnete Weimarer Bildhauerschule und Kunstgießerei mit dem Privatatelier Adolf Brütt im Sommer 1905 in der damaligen Kunstschulstraße 7 errichtet worden. Der Südflügel des Kunstgewerbeschulbaus war erst 1906 für die Großherzoglich-Sächsische Kunstgewerbeschule und das Privatatelier Henry van de Velde (im 1. Obergeschoss) an den bestehenden Ostflügel angebaut worden. Beide Flügel entstanden nach den Plänen des belgischen Architekten, weswegen der Kunstgewerbeschulbau heute auch als Van-de-Velde-Bau bezeichnet wird (diese Bezeichnung findet man auch auf der Kennzeichnungs-Tafel an der Ostfassade des Südflügels). Zur Zeit des Bauhauses war das Gebäude unter dem Namen "Werkstattgebäude des Staatlichen Bauhauses Weimar" bekannt.

Oskar Schlemmers Figurenfries im Treppenhaus des Van-de-Velde-Baus (Rekonstruktion 1979)
Oskar Schlemmers Figurenfries im Treppenhaus des Van-de-Velde-Baus (Rekonstruktion 1979)

Im Inneren des Van-de-Velde-Baus fällt vor allem die ungewöhnliche Lichtgebung des zentralen Treppenhauses mit breiter Wendeltreppe sowie die anlässlich der Bauhausausstellung 1923 durch den Bauhausmeister Oskar Schlemmer (1888-1943) entworfene malerisch-plastische Ausgestaltung des Gebäudes auf. Auf Veranlassung des durch die Nationalsozialisten eingesetzten neuen Direktors Paul Schultze-Naumburg wurde die Wandgestaltung von Schlemmer 1930 abgeschlagen und übermalt, ohne den Künstler zuvor in Kenntnis zu setzen. 1979 erfolgte durch Prof. Hubert Schiefelstein und Peter Mader die Rekonstruktion der beiden 1,90m x 1,35m großen Plastiken in den Nischen zu beiden Seiten der Eingangstreppe (Statische & dynamische Bewegungsthemen). Auch das 15m breite und bis zu 6m hohe Figurenfries, das die runde Wand der Wendeltreppe ins Obergeschoss begleitete (Treppenfresko), konnte 1979 rekonstruiert werden. Zahlreiche weitere Wandgemälde, Fresken und Reliefs blieben jedoch verloren.

Heute ist der Van-de-Velde-Bau Sitz der Fakultät Gestaltung und Lehrgebäude der Bauhaus-Universität Weimar. Der Van-de-Velde-Bau wird derzeit saniert und im Herbst 2009 zum 90-jährigen Bauhaus-Jubiläum wiedereröffnet.

Das dem Kunstgewerbeschulbau (Van-de-Velde-Bau) gegenüberliegende Kunstschulgebäude für die Großherzoglich-Sächsische Kunstschule Weimar wurde ebenfalls nach Plänen von Henry van de Velde errichtet. Hier konnten die 1904 begonnenen Bauarbeiten aber erst viel später im Jahre 1911 fertiggestellt werden. Dieser Bau ist das heutige Hauptgebäude der Bauhaus-Universität Weimar.

 

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Fotos: R. Möhler

Kunstgewerbeschule Weimar

Geschwister-Scholl-Straße 8
99423 Weimar

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