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"... mein Leben, das allerqualvollste, das ein Mensch je geführt hat." So schrieb Heinrich von Kleist an eine seinem Herzen nahe stehende Verwandte wenige Stunden, bevor er sich mit seiner Todesgefährtin am Wannsee erschoss.

Kobolde in Weimar

Kobolde in Weimar

Helene Böhlau

Mythologische Wesen wie Nixen, Zwerge, Wichtel und auch Kobolde machten auch vor der Stadt Klassikerstadt Weimar nicht Halt. Kobolde wurden in den Überlieferungen nicht unbedingt als eine typische Gruselgestalt dargestellt – waren sie doch ursprünglich Haus- und Schutzgeister, die das Böse aus dem Haus fernhielten. Sie wären demnach sehr umgängliche Gesellen, würde die kleinen Wesen nicht auch ein gewisser Schalk umtreiben. Denn sie spielten ihren Hausherren sehr gern Streiche und neckten sie.

Carolin Eberhardt

Vor langer Zeit erzählte sich die Weimarer Bevölkerung von verschiedenen Begebenheiten, bei denen sich die kleinen frechen Kobolde blicken ließen. So wurden sie in verschiedenen Häusern in Weimar gesichtet. Meistens konnten sie bei harmlosen Streichen beobachtet werden. Aber in Ausnahmefällen konnten die Kobolde ihren Hausherren auch böse zusetzen. Einer der gesehenen Geister bewegte sich auf dünnen Spinnenbeinen und trug eine Zipfelmütze.

Hartnäckig konnten sich die kleinen Wesen an ihren Hausherren binden. Denn versuchte dieser, dem Koboldspuk durch Umzug zu entgehen, so verwandelte sich der kleine Kerl in eine Feder und flog seinem Herren  in das neue Haus nach, um dort wiederum seinen Unfug weiter treiben zu können.

 

*****

Textquelle: 

Böhlau,Helene: Die Ratsmädel gehen einem Spuk zu Leibe, S.33; nacherzählt von Carolin Eberhardt.

 

Bildquelle:

Vorschaubild: Gnom, 2013, Urheber: Hans via Pixabay CCO.

Tanz der Kobolde, 2020, Urheber: GDJ via Pixabay CCO.

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