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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

An die Bäume im Winter

An die Bäume im Winter

Johann Gotffried Herder

Herder interpretiert in dem vorliegenden Gedicht  die kahlen Winteräste der Bäume als ausgestreckte Arme, welche flehende Hilferufe in den Himmel senden. Nicht nur die Bäume erfahren eine Personifizierung, sondern auch der Frühling wird als hilfebringende Gestalt dargestellt. Das Verlangen der Bäume nach dem herannahenden Frühling stellt sich als Spiegelung der Wünsche Herders dar, denn er fragt „ nur kehret auch mir Frühling und Sonne zurück?“. Naheliegend ist, dass an dieser Stelle mit der Sehnsucht Herders nach dem Frühling eine tiefgreifende emotionale Sehnsucht nach der Liebe zu verstehen ist. Die Frage, ob ihm die Sonne wieder zurückkehrt, lässt vermuten, dass er das  Gedicht einem kürzlich erlebten Liebeskummer widmete.

Carolin Eberhardt

 

Guten Bäume, die ihr die starren entblätterten Arme

Reckt zum Himmel und fleht wieder den Frühling herab!

Ach, ihr müsst noch harren, ihr armen Söhne der Erde,

Manche stürmische Nacht, manchen erstarrenden Tag!

Aber dann kommt wieder die Sonne mit grünendem Frühling

Euch; nur kehret auch mir Frühling und Sonne zurück?

Harre geduldig, Herz, und birg in die Wurzel den Saft dir!

Unvermutet vielleicht treibt ihn das Schicksal empor.

 

*****

Bildquelle:

Vorschaubild: Verschneiter Hügel auf dem Inselsberg; Carolin Eberhardt.

Herz im Winter, 2017, Urheber: reichdernatur via Pixabay CCO.

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