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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Kasseturm

Kasseturm

Florian Russi

Kasseturm
Kasseturm
Der Kasseturm, am heutigen Goetheplatz gelegen, ist ein Überbleibsel der ehemaligen Stadtbefestigung von Weimar. Der ursprüngliche Turm wurde im 15. Jahrhundert errichtet, seine heutige Form erhielt er mehr als 350 Jahre später.

Der Name rührt daher, dass in seinen Mauern viele Jahre eine fürstliche Finanzbehörde („Landschaftskasse") untergebracht war. Seit 1962 wird das Gebäude als Studentenclub genutzt, nach der Wende (1989) gelegentlich auch für Veranstaltungen weiterer gesellschaftlicher Gruppen in Weimar.

Der Kasseturm fand auch Aufnahme in die internationale Literatur. In seinem Roman „Absolute Freunde" beschreibt der englische Bestsellerautor John le Carré („Der Spion der aus der Kälte kam" u. a.) Impressionen aus Weimar vor der Wende:

„Und keiner benimmt sich schlecht, sondern jeder ist rein wie Gold. Sie lassen sich vor der Shakespeare-Statue fotografieren. Sie tauschen sich über das Theater aus mit Russen, Vietnamesen, Palästinensern und Kubanern. Sie spielen Schach und trinken auf die Brüderlichkeit aller Menschen in der Welt in einem Studentenclub in einem Turm der ehemaligen Stadtmauer."

Zu dem heute in Weimar lebenden Autor Christoph Werner („Buckingham Palace" u. a.) machte John le Carré über das Ende der Sowjetunion und der DDR folgende Bemerkung und gebrauchte dabei ein eindrucksvolles Bild: „Als ich 1988 in Moskau war, sah ich sofort, dass der Ritter in seiner Rüstung starb: Jeder konnte das sehen, außer natürlich die CIA."

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Fotos: Florian Russi

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