Weimar-Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
Weimar-Lese
Unser Leseangebot

Die verlassene Schule bei Tschernobyl - Lost Place

Nic

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer der schlimmsten Nuklearkatastrophen. Die freigesetzte Radioaktivität entsprach dem zehnfachen der Atom-Bombe von Hiroshima 1945. Erst drei Tage später wurde die 3 km entfernte Stadt Prypjat evakuiert und alle Bürger mussten ab 14 Uhr "vorübergehend" ihren Wohnort verlassen. Seither ist die Mittelschule der Stadt verwaist.

30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Doch genau die machen den Ort sehenswert. Der Großteil der Mittelschule ist in einem unberührten Verfallszustand. Die Wände verlieren ihre Farbe, die alten Schulbücher erinnern an den einstigen Schulalltag. Das Heft zeigt Klassenräumen, Flure, die Turnhalle und die große Schulaula.

Das Heft bietet in der Mitte ein doppelseitiges Poster.

ISBN: 978-3-86397-121-2

Preis: 3,00 €

Lucas Cranachs Grab

Lucas Cranachs Grab

Florian Russi

Ruhestätte auf dem Weimarer Jakobskirchhof

Eine Gruft am Fuß des südlichen Flügels der Jakobskirche beherbergt die sterblichen Reste von Lucas Cranach dem Älteren (um 1475 - 1553). Er war neben Albrecht Dürer der bedeutendste deutsche Renaissance-Maler. Berühmt wurde er auch als Freund, Trauzeuge und Porträtist von Martin Luther. Cranach kam 1552 im Gefolge seines damaligen Dienstherrn Herzog Johann Friedrich der Großmütige nach Weimar. Er wohnte im Haus seiner Tochter Barbara am Marktplatz, dem heutigen Cranachhaus. Schon ein Jahr später starb er und wurde auf dem Jacobsfriedhof bestattet.

Zusammen mit Lucas Cranach ruhen in demselben Grabgewölbe die Gebeine von 34 weiteren Bürgern. Die Grabplatte Cranachs wurde vom Boden aufgerichtet und ebenso wie einige benachbarte Grabplatten in die Kirchenmauer eingelassen. Ihr Schöpfer war der Bildhauer und Baumeister Nicolaus Gromann aus Torgau. Die Platte zeigt das in Stein gehauene Porträt des Künstlers und zu seinen Füßen das Wappen seiner Familie. Die Gruft wurde mit Mutterboden bedeckt und ist mit Efeu überwachsen.

In der lateinischen Umschrift des Grabsteins heißt es (ins deutsche übersetzt): „Der schnellste Maler und Wittenbergs Bürgermeister, der seiner Tugend wegen drei sächsischen Kurfürsten und Herzögen lieb und teuer war." (Nach Meinung von Henze/Schmidt* beruht das Wort celerrimus - der schnellste - allerdings auf einem Schreibfehler in der Ausführung und sollte eigentlich "celeberrimus" - der gefeiertste - heißen.)

Die Grabplatte, die der heutige Besucher sieht, ist eine getreue Kopie der ursprünglichen. Das Original befindet sich in der Stadtkirche Peter und Paul („Herderkirche") links neben dem Altar. Dorthin wurde es 1859 von Kunstfreunden verbracht, um seine wetterbedingte Erosion zu verhindern.  

Im Jahr 2003, zum 450. Todestag des großen Meisters, ließ die Stadt Weimar auf dem Grab eine bronzene Gedenkplatte anbringen, die links abgebildet ist. (Bild bitte anklicken zum Vergrößern)

Lucas Cranach d. Ä. hat zwar nicht lange in Weimar gelebt, aber außer seinem Grab noch weitere wichtige Erinnerungen hinterlassen. Von ihm stammt das bekannte Altarbild „Christus am Kreuz" in der Weimarer Stadtkirche Peter und Paul, heute meist „Herderkirche" genannt Es wurde von seinem Sohn, Lucas Cranach der Jüngere, vollendet und um das Porträt seines Vaters - eingefügt zwischen Luther und Johannes dem Täufer - erweitert. Die Weimarer Kunstsammlung im heutigen Schlossmuseum besitzt 20 seiner Bilder.

 

*****

Literatur:
Hannelore Henze, Doris-Annette Schmidt: Der Jakobskirchhof zu Weimar. Rhino Verlag Ilmenau 2010.*

Fotos: Florian Russi
 

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Christianes Grab
von Rita Dadder
MEHR
Musäus-Grab
von Florian Russi
MEHR

Lucas Cranachs Grab

Jakobsfriedhof, Am Jakobskirchhof
99423 Weimar

Detailansicht / Route planen

Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen