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Strandgut
Ein Inseltagebuch

Berndt Seite

Die Ostsee ist ein Sehnsuchtsort, an dem man seine Gedanken mit dem Meer schweifen lassen kann. Beim Anblick der Wellenbewegungen kommen Erinnerinerungen an das Auf und Ab des Lebens auf. In eindrucks- und stimmungsvollen Bildern beschreibt Berndt Seite in seinem Tagebuch philosophische Reflexionen in Rückblick auf sein privates und poltisches Leben. Das raue und derbe Klima der Ostsee, die verschiedenen Jahreszeiten am Meer haben dabei ihren ganz eigenen Charme und helfen ihm, alte Dinge abzustreifen und wieder zu sich selbst zu finden.

Schlangenstein in Weimar

Schlangenstein in Weimar

Florian Russi

Wahrzeichen der klassischen Kultur und des Humanismus

Der Schlangenstein im Park an der Ilm
Der Schlangenstein im Park an der Ilm

Am linken Flussufer im Weimarer Park an der Ilm, in der Nähe von Borkenhäuschen und Shakespearedenkmal steht der Schlangenstein, der vielen als ein Wahrzeichen der Klassikerstadt gilt. Es handelt sich um eine Kopie. Das durch Witterung und Kriegsereignisse beschädigte Original befindet sich heute in dem nicht weit entfernten „Römischen Haus". Schöpfer der steinernen Skulptur war der Bildhauer Martin Gottlieb Klauer, der viele Jahre in Diensten des Weimarer Fürstenhofs stand. Von ihm stammen u.a. auch die Neptunfigur auf dem Marktbrunnen, das Mozartdenkmal und der Kenotaph für Prinz Konstantin im Tiefurter Park sowie Büsten von Goethe, Schiller, Herder und Wieland.

Den Schlangenstein schuf Klauer im Jahr 1787 im Auftrag des Herzogs und Goethefreundes Carl August (1757-1828). Der Herzog wollte mit dem Stein seinen Freund ehren, der sich zu dieser Zeit in Italien aufhielt, und zum Ausdruck bringen, dass Weimar dank Goethe und anderer Dichter und Denker seiner Zeit zu einer Stadt des Geistes geworden war.

Um den Stein windet sich eine Schlange, die in eines der auf dem Podest liegenden Brote beißt. Die Schlange ist seit der Antike Symbol der Fruchtbarkeit und Heilkraft. Die Brote stellen das wichtigste Lebensmittel des Menschen dar, das er durch sein Erkennen, Denken und seine Schaffenskraft aus einer Frucht der Erde hergestellt hat und nun einer höheren Macht als Opfergabe darbietet. 

In den Stein gemeißelt sind die lateinischen Worte „Genio huius loci". Übersetzt bedeuten sie: Dem Geist, bzw. Schutzgeist oder der Aura dieses Ortes. Für die Römer war der Genius - in dem Wort stecken die Begriffe Gen und Genie - der persönliche Schutzgeist, den jeder Mensch hatte und der seine Entwicklung, sein Leben und sein Schicksal mitbestimmte. Die Vorstellung eines solchen Geistes wurde später auch auf Gebäude, Einrichtungen oder Orte angewendet. Sie hält bis heute an.

In der Kulturgeschichte ist bekannt, dass bestimmte Orte eine besondere Geistigkeit, einen Nymbus, eine Symbolik, Inbrunst, Sinnlichkeit oder Frömmigkeit ausstrahlen können oder sich Menschen dort transzendenten Kräften nahe fühlen. Bergeshöhen, Lichtungen, Klöster, Wallfahrtsstätten, Kirchen, Schulen, Parlamente oder Regierungsgebäude können durch eine eigene Aura, Wertvorstellung, Charaktereigenschaft oder „Patina" gekennzeichnet sein. Deshalb drängt es Menschen zu den originären Wirkungsstätten oder auch zu den Gräbern von berühmten Persönlichkeiten, und es reicht ihnen nicht aus, nur davon zu hören oder darüber zu lesen. Dies ist auch der Grund, warum in der Gruppenforschung empfohlen wird, den Erfolg einer Gemeinschaft zu stärken, indem man den Ort, mit dem man gute Erfahrungen, Erinnerungen und Erlebnisse verbindet, immer wieder zum Treffpunkt wählt.

So steht der Schlangenstein in Weimar für die Tradition von Geist, Bildung und Humanismus in der europäischen Kulturstadt.

 

 

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Fotos: Florian Russi

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