Weimar-Lese

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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Georg Neumark

Georg Neumark

Hans Bader

Wappen Fruchtbringende Gesellschaft
Wappen Fruchtbringende Gesellschaft

Im Jahre 1617 starb in Weimar die Herzogin von Sachsen-Weimar, Dorothea Maria. Zu ihrem Begräbnis versammelten sich neben ihrem Bruder, Fürst Ludwig zu Anhalt-Köthen, zahlreiche Adlige. Dieses Treffen nutzte am 24. August 1617 der Hofmarschall Kaspar von Teutleben auf dem Weimarer Schloss, um „in Deutschland eine ... Gesellschaft zu erwecken, darum man gut rein Deutsch zu reden, schreiben sich befleißige, und dasjenige täte, was zur Erhebung der Muttersprache dienlich". Die „Fruchtbringende Gesellschaft" war gegründet, Fürst Ludwig übernahm die Leitung.

VierJahre später, also 1621 wurde Georg Neumark in Langensalza geboren. Mit 32 Jahren kam er als herzoglicher Bibliothekar nach Weimar, ein Jahr später wurde er Mitglied, 1653 „Erzschreinhalter" (= Sekretär) der „Fruchtbringenden Gesellschaft". Als Autor verfasste er Romane, Erzählungen und Gedichte (die heute allerdings nur noch den Literaturhistoriker interessieren). Auch geistliche Lieder (z. B. „Wer nur den lieben Gott lässt walten ..."), eine Poetik über die Barockdichtung, gehören zu seinen Werken. Sein heute wichtigstes Erbe ist das 1668 erschienene Buch über die Entstehung und Geschichte des „Palmordens", wie die Fruchtbringende ihres Wappens wegen auch genannt wurde.

1650 starb Fürst Ludwig zu Anhalt-Köthen. Er war Mittelpunkt und Organisator der „Fruchtbringenden Gesellschaft" gewesen. Mit seinem Tod beginnt der Niedergang dieser Sprachgesellschaft, 30 Jahre später löst sie sich auf.

Und 390 Jahre später ersteht die Fruchtbringende also „Neue Fruchtbringende Gesellschaft" wieder auf. Seit 2007 existiert sie wieder - mit Sitz in Köthen. Inzwischen hat sie über 100 Mitglieder. Am 20. und 21. Juni 2008 fand bereits der 2. Köthener Sprachtag statt.

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Literatur:

Geschichte der deutschen Literatur. Hrsg.: Klaus Gysi, Kurt Böttcher, Günter Albrecht, Paul Günter Krohn. Fünfter Band. Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin, 1963

Diether Krywalski: Knaurs Lexikon der Weltliteratur. Bechtermünz Verlag München, 1999

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