Weimar-Lese

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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Thomas Mann

Thomas Mann

Florian Russi

Der geborene Lübecker Thomas Mann war wiederholt in Weimar zu Gast. Er verehrte Goethe und sah sich selbst in dessen Nachfolge.

Mit seinem 1939 erschienenen Roman „Lotte in Weimar" hat er ein Bild des alternden Geheimrats und seines Umfeldes gezeichnet. Es gipfelt in dem von Goethe zitierten chinesischen Sprichwort: „Der große Mann ist ein öffentliches Unglück."

Thomas Mann - Buddenbrookhaus
Thomas Mann - Buddenbrookhaus
Mann stellt Goethe als jemanden dar, der weiß, dass von ihm Besonderes erwartet wird, entsprechenden Anspruch auch an sich selbst stellt und bemüht ist, ihn in seine reale, für irdische Freuden und Bedürfnisse durchaus aufgeschlossene Welt einzufügen. Lotte spielte eine Rolle an einem der Eckpunkte seines Lebens, am Scheideweg des damals 23-jährigen, vom ewig Weiblichen angezogenen jungen Mannes und seinem beginnenden Genie. Für den erfolgreichen Dichter ist ihre Bedeutung verblasst, durch den „Werther" aber für seine Mitmenschen verewigt worden.

Thomas Mann hat Weimar als „Stadt unsterblichen Ruhms" bezeichnet. Dabei dachte er nicht nur an Goethe, sondern auch an die vielen anderen Dichter, Denker und Kulturschaffenden, die zu diesem Glanz beigetragen haben.

1949 kam er erstmals wieder aus seinem Exil nach Deutschland. Drei Tage hielt er sich in Weimar auf, nahm die Ehrenbürgerurkunde der Stadt und den Goethe-Nationalpreis entgegen und bedankte sich im wiedererrichteten Deutschen Nationaltheater vor der dort aufgestellten Goethebüste mit einer großen Rede.
In seinem Todesjahr, 1955, kam Mann ein letztes Mal nach Weimar. Anlass waren die Gedenkfeierlichkeiten zum 150. Todestag Friedrich Schillers. In seiner Festansprache beschwor er Würde und Ehre der Menschheit und das von Schiller und den Weimarer Klassikern entworfene Ideal der Humanität.


Thomas Manns Bedeutung für Deutschland skizziert Florian Russi wie folgt:

1929 erhielt der in Lübeck geborne Schriftstelle Thomas Mann (1875-1955) den Literatur-Nobelpreis für seinen Roman „Die Buddenbrooks". Thomas Mann war ein Meister der sprachlichen Formulierung. Seine Romane („Der Zauberberg", „Doktor Faustus" u. a.) und Novellen („Der Tod in Venedig" u. a.) gehören heute noch zu den meistgelesenen der deutschen Literatur.
Während der Zeit des 2. Weltkrieges, die er im amerikanischen Exil verbrachte, galt Thomas Mann international als führende Stimme der nicht von der Ideologie des Nationalsozialismus befallenen Deutschen.

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Literatur:
Thomas Mann: „Lotte in Weimar", S. Fischer Verlag, Frankfurt 2000
Günther, Huschke, Steiner (Hrsg.): „Weimar, Lexikon der Stadtgeschichte", Verlag Herrmann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998
Florian Russi: „Worauf wir stolz sein können", 2. Auflage, Bertuch Verlag, Weimar, 2005

Foto oben: Thomas Mann 1937, fotografiert von Carl van Vechten
Foto unten: das Buddenbrookhaus in Lübeck, fotografiert von Andreas Geick, 2008

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