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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Prof. Karl Dietrich

Prof. Karl Dietrich

Carolin Eberhardt

Einer der bedeutendsten Thüringer Komponisten des 20. Jahrhundert

Mit seinen Werken hat Karl Dietrich jahrzehntelang maßgeblich die Musiklandschaft in Thüringen und darüber hinaus geprägt. Dabei war sein Wirken vielseitiger Natur. Neben Opern und Kirchenmusik komponierte er Sinfonien, Konzerte, Kammermusik, Divertimenti, Liederzyklen und Chormusik. Insgesamt über 100 Kompositionen zählen zu seinem künstlerischen Lebenswerk.

Der am 9.Juli 1927 in Wachstedt im Eichsfeld geborene Komponist erhielt bereits im Kindesalter durch seinen Vater Klavier- und Orgelunterricht, was dazu führte, dass er bereits mit 12 Jahren Gottesdienste musikalisch begleiten konnte. Seine schulische und musische Laufbahn wurde jäh durch den Beginn des zweiten Weltkriegs unterbrochen, als Dietrich während seines Einsatzes als Luftwaffenhelfer in amerikanische Kriegsgefangenschaft geriet.

Dieses einschneidende Erlebnis tat seinem Schaffensdrang aber keinen Abbruch. Nach erfolgreich abgeschlossenem Abitur begann Karl Dietrich 1947 ein Studium der Musikwissenschaften bei Prof. Hans-Joachim Moser an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Weiterhin belegte er hier die Kurse Harmonielehre, Kontrapunkt und Generalbassspiel. 1948 erfolgte der Wechsel des Studienortes nach Weimar. An der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ belegte er folgend Musikpädagogik, Komposition und Tonsatz, Klavier- und Orgelimprovisation, Partiturspiel sowie Chor- und Orchesterdirgieren. Hier genoss er unter anderem eine Ausbildung unter Professor Richard Münnich, Johannes-Ernst-Köhler, Ottmar Gerster, Juliana Lerche und Elisabeth von der Osten.

Im Anschluss an sein Studium erhielt Karl Dietrich 1951 zunächst eine Anstellung als Assistent, später als Dozent für Musiktheorie, Gehörbildung und Partiturspiel in der Schulmusikabteilung der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar. 1976 bekleidete er die Lehrtätigkeit für die Fächer Komposition und Tonsatz in der gleichen Abteilung. Hier erhielt er die Professur 1984.

Dass die Musik nicht nur ein Beruf, sondern Dietrichs Berufung war, stellte er mit seiner Tätigkeit über das Renteneintrittsalter hinaus unter Beweis. Bis 1994 war der Musiker an der Hochschule in Weimar als Professor tätig und engagierte sich des Weiteren im Komponisten-Landesverband Thüringen, an dessen Entstehung er als erstes Gründungsmitglied maßgeblich beteiligt war. Weiterhin übernahm Dietrich den Vorsitz der Sektion Sinfonik im Komponistenverband Thüringen und war Mitglied des Vorstandes des Verbandes für Komponisten Berlin.

Dietrichs kompositorischer Erfolg fand seinen Anfang 1965 mit dem „Concertino giocoso“ für das Kammerorchester der Staatskapelle Weimar unter Leitung von Prof. Fritz Ehlers. Seine Kompositionen aller Genres der zeitgenössischen ernsten Musik fanden ihre Aufführungen erfolgreich und mehrfach. Besonders hervorzuheben sind Dietrichs 8 Sinfonien und 2 Opern. „Die Wette des Serapion“ kann bereits 74 Aufführungen an vier verschiedenen Bühnen aufweisen. Die Werke des Komponisten sind geprägt durch eine Urmusikalität sowie eine handwerkliche Meisterschaft und finden bis heute ein breites Konzertpublikum.

1985 entstand die erste Schallplatte der 4. Sinfonie und der „Dramatischen Szenen“ für drei Flöteninstrumente in Zusammenarbeit mit dem Rundfunksinfonieorchester Leipzig unter der Leitung von Herbert Kegel. Eine Vielzahl weiterer Rundfunkaufnahmen folgten dieser ersten in Kooperation mit dem damaligen Sender Weimar, später dann CD-Produktionen, so zum Beispiel die 7. Sinfonie mit dem Philharmonischen Orchester Erfurt unter der Leitung von GMD Wolfgang Rögner. Die andauernde Anerkennung des Komponisten zeigt sich heute durch die Veröffentlichung seiner Werke in allen führenden Musikverlagen. Doch nicht nur das macht ihn zu einem der bedeutendsten Thüringer Komponisten des 20. Jahrhunderts. Seine enge Zusammenarbeit mit allen Orchestern Thüringens, die Verleihung mehrerer Kunstpreise und die Ernennung zum Ehrenbürger seines Geburtsortes sprechen ebenso für seine Popularität.

Ab 2004 erkrankte Karl Dietrich an einer schleichenden Krankheit, an welcher er 10 Jahre später, am 6. Februar 2014, im Alter von 87 Jahren versterben sollte. Seine Beisetzung erfolgte auf dem Hauptfriedhof Weimar an der Ulrichsmauer.

2016 übergaben Dietrichs Tochter Marion Baumgarten-Dietrich und ihr Ehemann Volker im Rahmen einer Audienz des Papstes Franziskus eine Komposition Karl Dietrichs, welche der Musiker zu Ehren des 1987 seliggesprochenen Geistlichen Rupert Mayer bereits 1996 fertiggestellt hatte.

2017 wurde an zwei Orten Dietrichs 90. Geburtstag feierlich begangen. In Weimar-Legefeld fand eine ehrenvolle Straßenbenennung statt, in seinem Geburtsort wurde eine Bronzebüste, geschaffen durch Walter Sachs, feierlich enthüllt.

Sein musikalisches Vermächtnis wird heute noch in Weimar gelebt. So hat der Ameisenkinderchor des Goethegymnasiums Dietrichs Komposition zu dem Lied "Wer hat Ameisenkinder gesehen" schon seit vielen Jahren in sein beständiges Reportoire aufgenommen.

 

 

Weitere Information zu Prof. Karl Dietrich: http://www.karldietrich.de/

 

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Textquellen: >www.karldietrich.de< abgerufen am 24.11.2020.

Lange-Dietrich, Dr. med. E.: Karl Dietrich: Porträt; Auswahl, Broschüre.

Schneider, Annelie: Lebenslauf Prof. Karl DIetrich.

Kraass, Karl-Heinz: Postkarte: Prof. Karl Dietrich - Ehrung, Eichsfeldfreunde.

 

Bildquellen:

mit freundlicher Genehmigung von Frau Dr. Marion Baumgarten-Dietrich.

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