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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Goethe - ein Popstar?

Goethe - ein Popstar?

Carolin Eberhardt

Verehrt, geschätzt, ja sogar vergöttert. Der Ruhm des wohl bekanntesten deutschen Dichters wurde über die Jahrhunderte wohl kaum geschmälert. Das Ausmaß seiner Verehrung war aber wohl noch während des 19. Jahrhunderts um einiges imposanter. Heute könnte man sagen der Denker, welcher bis an sein Lebensende in Weimar lebte und mit der Stadt, nicht nur durch seine Anstellung am Hofe, eng verbunden war, hatte eine enorme Anzahl Verehrer. Paul Kühn schreibt sogar, die Stadt Weimar sei Goethe gewesen. Nicht zu leugnen ist wohl, dass Johann Wolfgang in den letzten 25 Jahren seines Lebens einen solchen Einfluss in der schöngeistigen Kunstszene der Stadt ausübte, dass er sich zum „Oberhaupt der ganzen geistigen Kultur“ Weimars entwickelte. Schwärmerisch fasst der Kollege Schelling es in folgende Worte: „Deutschland war nicht verwaist, so lange Goethe lebte.“ Übertrieben oder Tatsache?

Nicht von der Hand zu weisen ist das Faktum, dass Goethes Urteil sowie sein Geschmack augenscheinlich maßgebend waren. Kühn schrieb darüber, Goethe sei das Prisma, in dem sich alles Licht der Welt farbig breche. Und Viktor Hehn geht in seinem Werk „Gedanken über Goethe“ (1895) noch weiter, wenn er darüber sinniert, dass die alten Götter der Germanen, wie Wotan und Donar, sich vor Goethes Geburt darüber beratschlagten, aus welcher Region Deutschlands ein neuer Genius ausgehen solle.

Doch war der Dichter und Denker am Beginn seiner Karriere recht bescheiden, erschien doch sein Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand 1773 unter anonymer Autorenschaft. Die Reaktion der Leser war atemberaubend. Das Aufsehen, welches das Stück auslöste, mündete in ständigen Neudrucken und Nachdrucken. Durch die Leipziger „Neue Bibliothek der schönen Wissenschaften und der freien Künste“ wurde verlautbart, dass der Dichter aus Frankfurt stamme und den Namen „Gede“ trage ( Hehn macht hier die Anmerkung, dass der Sachse den hochgeschätzten Namen Goethes auch noch zum Ende des 19. Jahrhundert in dieser Form auszusprechen beliebte). Zwei Jahre später schon, am 7. November 1775, war der vorher anonyme Genius als Gast des Herzogs Karl August zu Weimar geladen. Dieses entscheidende Zusammentreffen des schöngeistigen Förderers mit dem begnadeten Dichter sollte einen weitreichenden Einfluss auf die deutsche Literatur nehmen.

Schon im März 1776 steht fest, wie Wieland in einem Brief an Merck erklärt:

„Goethe bleibt nun wohl hier, so lange C.A. lebt (…)“

Nicht lange benötigte der nun in Weimar sesshafte Goethe, bis ihm regelmäßig seine Bewunderer die Türen einrannten, so dass er solche Besuche sogar in seinen Tagesablauf, gegen Mittag, einplante.

*****

Textquellen

Riemer, Friedrich Wilhelm: Mittheilungen über Goethe aus mündlichen und schriftlichen, gedruckten und ungedruckten Quellen, Berlin: Verlag von Duncker und Humblot, 1841.

Kühn, Paul: Weimar: Bei Goethe zu Gaste, Leipzig: Verlag von Klinkhardt & Biermann, 2. Auflage, 1919, S.141-155.

Hehn, Viktor: Gedanken über Weimar: Goethe und das Publikum, Berlin: Gebrüder Borntraeger, 1895, S. 50-189.

Keil, Robert: Vor hundert Jahren: Mittheilungen über Weimar, Goethe und Corona Schröter aus den Tagen der Genie-Periode, Leipzig: Verlag von Veit & Comp., 1875, (Vorbemerkungen)

Martenstein, Harald: Goethe für Anfänger in Spiegel Online abgerufen von> https://www.spiegel.de/reise/staedte/weimar-goethe-fuer-anfaenger-a-487080.html < am 27.02.2020.


Bildquellen

Vorschaubild: Johann Wolfgang Goethe, 1775/76, Urheber: Georg Melchior Kraus via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

Johann Wolfgang von Goethe in seinem italienischen Freundeskreis, 1787, Urheber: Johann Friedrich Bury via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

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