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London kommt!

Pückler und Fontane in England

Klaus-Werner Haupt

Hardcover, 140 Seiten, 2019

Im Herbst 1826 reist Hermann Fürst von Pückler-Muskau erneut auf die Britischen Inseln, denn er ist auf der Suche nach einer vermögenden Braut. Aus der Glücksjagd wird eine Parkjagd, in deren Folge die Landschaftsgärten von Muskau und Branitz entstehen. Auch die Bewunderung für die feine englische Gesellschaft wird den Fürsten zeitlebens begleiten.

Theodor Fontane kommt zunächst als Tourist nach London, 1852 als freischaffender Feuilletonist, 1855 im Auftrag der preußischen Regierung. Seine journalistische Tätigkeit ist weitgehend unbekannt, doch sie bietet ein weites Feld für seine späteren Romane.

Die vorliegende Studie verbindet auf kurzweilige Art Biografisches mit Zeitgeschehen. Die Erlebnisse der beiden Protagonisten sind von überraschender Aktualität.

Orthodoxe Kirche in Weimar

Orthodoxe Kirche in Weimar

Florian Russi

Grabstätte für Maria Pawlowna

Im Jahr 1804 heiratete Erbprinz Carl Friedrich von Sachsen-Weimar, Sohn des Herzogs Carl August und seiner Frau Luise, geb. Prinzessin von Hessen-Darmstadt, die russische Großfürstin Maria Pawlowna, Tochter des Zaren Paul I. (1754-1801) und Schwester von Zar Alexander I. (1777-1825). Der Wechsel vom luxuriösen Zarenhof in die viel bescheidenere Umgebung des Herzogtums Weimar dürfte ihr nicht leicht gefallen sein. Doch lernte sie bald die verhältnismäßig liberale Atmosphäre am Weimarer Hof schätzen. Goethe lobte ihre Intelligenz und Aufgeschlossenheit.

Von ihres Vaters Seite her gehörte Maria Pawlowna dem Herrscherhaus der Romanows an, das seit 1613 die russischen Zaren bzw. Zarinnen stellte. Dadurch war sie in doppelter Hinsicht dem Russisch-Orthodoxen Glauben verbunden. Die Orthodoxie war einerseits identitätsstiftend für die meisten Menschen und Völker, die unter der Herrschaft des Zaren standen. Über Jahrhunderte hatte die Religion die Stämme und Völker geeint, die sich gegen Eindringliche aus dem Osten, wie Mongolen oder Tataren, zur Wehr setzen mussten. Andererseits war die Orthodoxe Kirche auch ein Garant für den Erhalt der erblichen, auf Gottes Gnade beruhenden Monarchie in Russland.

Die Familie ihres Mannes war protestantisch, doch Maria Pawlowna blieb auch nach ihrer Eheschließung ihrer Kirche treu. Eigens wurden für sie im herzoglichen Schloss und im Haus der Frau von Stein Hauskapellen eingerichtet. Es war auch ihr Wunsch, dass sie nach russisch-orthodoxem Ritus beerdigt und über ihrem Grab eine russisch-orthodoxe Kapelle errichtet werden sollte. Ihr Sohn, Carl Alexander, seit 1853 Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach, beauftragte nach ihrem Tod (1859) Carl Heinrich Ferdinand Streichhan mit der Errichtung der Begräbnisstätte. Als Untergrund für den Bau wurde eigens russische Erde herbeigekarrt, in der Maria Pawlownas Leichnam dann bestattet wurde. Die Kapelle, wegen ihrer Größe auch als Kirche bezeichnet, wurde mit einer zentralen und vier seitlichen Kuppeln, welche die Form von Kerzen haben, verziert. Der Innenraum ist im Verhältnis zur Größe und Pracht der Turmbauten recht klein. Er bietet 30 bis 40 Stehplätze. Anders als in evangelischen oder katholischen Kirchen wird in der Orthodoxie die heilige Messe stehend gefeiert.

Dicht an dicht: Orthodoxe Kirche und Fürstengruft auf dem Historischen Friedhof
Dicht an dicht: Orthodoxe Kirche und Fürstengruft auf dem Historischen Friedhof

Im November 1860 wurde die Kapelle feierlich ihrer Bestimmung übergeben und auf den Namen „Maria Magdalena" geweiht.

Ein Gang verbindet die Kirche mit der neben ihr stehenden Fürstengruft, in der sich die Gräber der meisten Mitglieder des Weimarer Herrscherhauses und auch das von Johann Wolfgang von Goethe befinden. In diesem Gang wurden die Grabstätten Maria Pawlownas und ihres Ehemannes so angelegt, dass beide nebeneinander und zugleich jeweils in dem Teil bestattet wurden, der ihrer Religionszugehörigkeit zuzuordnen ist. Maria Pawlowna liegt also neben ihrem Gatten, aber in russischer, nach orthodoxem Ritus geweihter Erde bestattet.

Die Kapelle Maria Magdalena war nicht nur Begräbnisstätte. Von 1862 bis 1909 und wieder seit 1950 wurde und wird sie als Pfarrkirche für die russische Gemeinde in der Region genutzt. Auch bei Nichtchristen beliebt sind die feierlichen orthodoxen Gottesdienste an Ostern und Weihnachten. Dann offenbart sich ihnen eine Liturgie mit feierlichen Ritualen und farbenprächtigen Glaubensdemonstrationen.

 

Adresse: Am Poseckschen Garten, 99423 Weimar

Öffnungszeiten:
November - März:
Di - So 9.00 - 16.00 Uhr | April - Oktober: Di - So 09.00 - 18.00 Uhr (Stand: Sep. 2012)

 

*****

Literatur:
- Die Russisch Orthodoxe Kirche zu Weimar. Hrsg. v. Pfarramt der Russisch Orthodoxen Kirche zu Weimar, 2007.

Fotos: Florian Russi

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