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London kommt!

Pückler und Fontane in England

Klaus-Werner Haupt

Hardcover, 140 Seiten, 2019

Im Herbst 1826 reist Hermann Fürst von Pückler-Muskau erneut auf die Britischen Inseln, denn er ist auf der Suche nach einer vermögenden Braut. Aus der Glücksjagd wird eine Parkjagd, in deren Folge die Landschaftsgärten von Muskau und Branitz entstehen. Auch die Bewunderung für die feine englische Gesellschaft wird den Fürsten zeitlebens begleiten.

Theodor Fontane kommt zunächst als Tourist nach London, 1852 als freischaffender Feuilletonist, 1855 im Auftrag der preußischen Regierung. Seine journalistische Tätigkeit ist weitgehend unbekannt, doch sie bietet ein weites Feld für seine späteren Romane.

Die vorliegende Studie verbindet auf kurzweilige Art Biografisches mit Zeitgeschehen. Die Erlebnisse der beiden Protagonisten sind von überraschender Aktualität.

Der Jazz -(m)ein zweiter Lebensweg

Der Jazz -(m)ein zweiter Lebensweg

Eberhard Neumeyer

Rückblicke

Als Weimarer Musikerzieher, Musiker und Autor ist der Jazz seit über fünfzig Jahren mein ständiger Begleiter. In den berühmten Fünfzigern des 20. Jhs. waren es die 1946 von Joe Dixie gegründeten Dresdner Tanzsinfoniker in meiner Heimatstadt Dresden, deren Pianist und Leiter Günter Hörig, Klarinettist Friwi Sternberg und Schlagzeuger Siegfried Ludwig mich vor allem faszinierten. Die Dresdner Szene am Stadtrand war für Insider ein Geheimtipp landesweit, von den berühmten Sessions im „Roten Kakadu" des Parkhotels auf dem Weißen Hirsch und im „Schillergarten" in Blasewitz ließ ich selten eine aus, ebenso selten eine Jazzsendung der - wenn man Glück hatte - ungestörten Klassenfeindsender RIAS und AFN. Den legendären Jazzakkordeonisten Leon Sash holte ich mir vom Newport-Festival über das ebenso legendäre „Smaragd"-Tonbandgerät nach Hause. Armstrong und Brubeck konnte ich live erleben. Als Schulmusikstudent an der Franz-Liszt-Hochschule in Weimar fand ich Ende der 1950er Jahre über den Saxophonisten und zeitweiligen Kommilitonen Ernst-Ludwig Petrowsky und das Orchester Eberhard Weise den direkten Zugang zur DDR-Jazzszene. Mit Petrowsky folgten erste Versuche als Schlagzeuger in einer studentischen Ilmenauer Modern-Jazz-Formation. Die instrumentale Ausstattung war nach heutigen Vorstellungen abenteuerlich. Eine kulturamtliche Anerkennung als Amateurmusiker verhalf mir später zu einem bühnentauglichen  Instrument. Weimars Solopauker Manfred Zühlke lehrte mich die Grundbegriffe des Kosmos Schlagzeug.

1964 gründete ich gemeinsam mit dem Pianisten und Komponisten Manfred Schmitz, damals noch Student in der Hochschul-Klavierklasse von Prof. Juliane Lerche, und dem Weimarer Bassisten und Architekten Gerhard Stollberg das Manfred-Schmitz-Jazz-Trio, eine anfangs - dem Zeitstil entsprechend - vom Klavier Oscar Petersons und Erroll Garners geprägte Formation. Sie galt als führend im Amateur-Klavier-Jazz der DDR. In ihr spielte ich über dreißig Jahre. Teil der umfangreichen Konzerttätigkeit im In- und Ausland, in Litauen, Ungarn und Österreich (Schweden verhinderte die Staatsmacht), war die über zehnjährige Zusammenarbeit mit der Brecht-Sängerin und Schauspielerin Gisela May in Chanson-Jazz-Programmen, unter anderem bei der „Musik-Biennale", in Aufführungen des Berliner Ensembles (mit Inge Keller, Herwart Grosse, Alfred Müller), beim Internationalen Musikseminar in Weimar und mit Genehmigung der DDR-Volksbildungsministerin 1971 im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses. Es folgten Gastspiele und Tourneen mit Sonja Kehler, der Weimarer Pianistin Erika Heide, der Sängerin Birgit Holfeld, mit Gunter Emmerlich, Gerry Wolff und anderen, mehrere Schul- und Konzertprogramme mit dem Weimarer Chor „Die Ameisenkinder" des heutigen Goethegymnasiums, den ich 27 Jahre leitete und den bis 1983 eine Kooperation mit dem Manfred-Schmitz-Jazz-Trio verband, Rundfunk- und Fernsehproduktionen für DDR-Rundfunk, -Fernsehen und ZDF, Co-Produktionen mit dem Schauspielensemble des Deutschen Nationaltheaters und der Staatskapelle Weimar - unvergessen für viele die Schlagzeug-Dialoge mit Karl August Beese bei der Aufführung eines Konzertstückes für Sinfonieorchester und Jazztrio von Manfred Schmitz im  Nationaltheater, Weimars Momentaufnahme von  „Jazz at the Philharmonic"!

Dies alles hieß: Studium und Proben unzähliger Titel- und Begleitstimmen, Konzentration bis ins letzte Sechzehntel, aber auch viel Raum für freies, improvisatorisches Spiel, für viel Jazz. Es war eine gute Musik- und Partnerschule mit dem unvergleichlichen Erlebnis der Bühne und des Saales, des Erfolges. Die Jazztrio-Jahre schlugen sich auch in Eigenkompositionen wieder, wie dem Liederzyklus „Ich stand mal unterm Kürbisbaum" nach Gedichten von Josef Guggenmos, aus dem die Lieder „Der Regenbogen" und „Sperling Roderich" neben der Vertonung der „Ameisenkinder" von James Krüss durch die Komponisten Karl Dietrich und Manfred Schmitz zu einer Art durchgehendem  Markenzeichen des Chores „Die Ameisenkinder" geworden sind - angejazzte Kinderchormusik, vielbejubelt damals.

1993 beendeten zwei Abschiedskonzerte des Manfred-Schmitz-Trios, eines während der Europareihe „Zeit-Bilder`93" des Kulturkreises Liechtenstein-Weimar in Weimar und eines in Peter Maders Künstlergalerie in Hohenfelden, meine aktive Jazz-Zeit. Eine schreibende Renaissance gab es ab 2001 als Jazz-Autor der Tageszeitung „Thüringer Allgemeine" im Rahmen der „Thüringer Jazzmeile".

Das Wort ersetzt Schlegel und Besen, und die Musik bleibt als Hörgenuss - bis heute.

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