Weimar Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.weimar-lese.de
Unser Leseangebot

Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Johann Sebastian Bach

Johann Sebastian Bach

Florian Russi

Der Musiker und Komponist Johann Sebastian Bach lebte und wirkte neun Jahre lang in Weimar, im Jahr 1703 als Violinist und von 1708-1717 als Hoforganist, Violinist und Konzertmeister (seit 1714). In den letzten vier Jahren seines Aufenthalts füllte er faktisch die Stelle des Hofkapellmeisters aus. In dieser Zeit hat Bach viele seiner bekannten Kantaten geschaffen.
In Weimar wurden auch seine Söhne Wilhelm Friedemann (1710-1784) und Carl Philipp Emanuel (1714-1788) geboren.

Lew Hohmann und Winifred König¹ verraten uns, was Bach in Weimar verdiente:

"In der Residenzstadt Weimar mit 5000 Einwohnern wird Bach Hoforganist und »Cammer-Musicus« bei Herzog Wilhelm August von Sachsen-Weimar. Alles in allem verdoppelt sich sein Gehalt: 150 Gulden, 18 Scheffel Korn, 12 Scheffel Gerste, 4 Klafter Holz, 30 Eimer Bier, das sind 5 Liter pro Tag, Befreiung von der Tranksteuer."

Über die Weimarer Jahre Bachs schreiben Hohmann und König weiterhin1)

"Man weiß wenig über die neun Weimarer Jahre. Aber man darf wohl
vermuten, dass es überwiegend glückliche Jahre sind. Die Familie wird
größer,sechs Kinder werden in Weimar geboren, darunter auch Zwillinge, die
allerdings kurz nach der Geburt sterben. [...]
Bach wird im März 1714 Hof-Musik-Direktor und gilt als der führende Musiker
der Fürstenhauses. Aber noch hat er einen Vorgesetzten, den
Hofkapellmeister Johann Samuel Drese. Bach studiert systematisch die
Italiener, aber auch Telemann; er analysiert und er vervollkommnet seine
eigene Musik. Er entscheidet sich fürs Komponieren, will nicht mehr nur der
Musiker, der Instrumentalist sein. Aber noch immer ist es zuerst die Orgel,
um die sich sein musikalisches Werk rankt.[...]"

Als Bach sein Anstellungsverhältnis beim Herzog in Weimar kündigte, ließ der Souverain ihn kurzerhand ins Gefängnis werfen. 27 Tage, vom 06.11. bis 02.12.1717 hatte der heute weltweit verehrte Komponist Gelegenheit, seine Absicht, Weimar zu verlassen, nochmals zu überdenken. Er hielt an seinem Entschluss fest und nahm die Stelle des Hofkapellmeisters bei Fürst Leopold von Anhalt-Köthen an.

Als einer der grundlegendsten und einflussreichsten Musikschaffenden überhaupt wird heute der in Eisenach (Thüringen) geborene Johann Sebastian Bach (1685-1750) angesehen. Als Organist, Kapellmeister und Musikerzieher wirkte er an mehren Orten in Mitteldeutschland, zuletzt als „Thomaskantor in Leipzig. Bach komponierte vor allem kirchenmusikalische Werke (Orgelstücke, Oratorien, Messen, Kantaten). Zu seinen bekanntesten Kompositionen zählen die Mathäus- und Johannespassion, das Weihnachtsoratorium, die H-Moll-Messe, die Kunst der Fuge und die Brandenburgischen Konzerte.

Bach verband stilistische Vielseitigkeit mit traditioneller Formstrenge und führte sie zu höchster Virtuosität. An Orgel und Cembalo war er ein kaum zu übertreffender Meister der Improvisationskunst.

Vier seiner Söhne (Wilhelm Friedemann, Carl Philipp Emanuel, Johann Christoph Friedrich und Johann Christian) wurden ebenfalls geachtete Komponisten.

Heute gehört Bach zu den meist rezipierten Musikschaffenden in der Welt."

Auch die moderne Musikszene bedient sich immer wieder Bachscher Musikfiguren (z. B. die verjazzten Interpretationen des Play Bach Trios; Céline Dion: „Ave Maria"; Procol Harum: „A whiter shade of pale"; Sweetbox: „Everything's gonna be alright").

******

Quelle

¹ Lew Hohmann und Winifred König, Johann Sebastian Bach, "Der letzte Gott der Musik" 1685-1750, in Gesichter, Geschichten, Geheimnisse, Deutsche Lebensläufe aus 2000 Jahren, herausgegeben von Winifred König und Claudia Schreiner, Begleitbuch zur Fernsehserie "Geschichte Mitteldeutschlands" des Mitteldeutschen Rundfunks (mdr), Nicolai'Sche Verlagsbuchhandlung Berlin

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Johann Sebastian Bach
von Eberhard Neumeyer
MEHR
Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen