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Roland Opitz
Kennst du Fjodor Dostojewski?

Das Leben Dostojewskis glich einer Achterbahnfahrt: stetig pendelnd zwischen Verehrung und Verachtung, zwischen Erfolg, Spielsucht und Geldnot. Mit 28 Jahren wurde er wegen revolutionärer Gedanken des Hochverrats angeklagt und zum Tode verurteilt, landet dann aber im sibirischen Arbeitslager.
Er gilt als Psychologe unter den Schriftstellern, derjenige der hinab schauen kann in die Abgründe der menschlichen Seele. Diese Biografie ist gespickt mit Auszügen aus seinen Meisterwerken sowie mit einigen seiner Briefe, die einen offenherzigen Menschen zeigen.

Johannes Daniel Falk

Johannes Daniel Falk

Daniel Krüger

Ein Mann, der von seinen Verdiensten her den führenden Köpfen des klassischen Weimar zugeordnet werden muss, ist leider für viele in Vergessenheit geraten. Johannes Falk war nicht nur ein bedeutender Pädagoge, sondern auch Schriftsteller, Journalist, Kultur- und Sozialpolitiker.

Florian Russi („Worauf wir stolz sein können", Bertuch Verlag Weimar 2004) schreibt über ihn:

„Weil der gestrenge Vater wollte, dass sein Sohn etwas Ordentliches werden sollte, zwang er ihn, ein Handwerk zu erlernen und verbot ihm, sich mit „eitlem Teufels- und Narrenwerk" wie Literatur abzugeben. Der in Danzig geborene Johannes Falk (1768-1826) stellte sich deshalb nach Feierabend unter eine Straßenlaterne, um die von ihm heimlich ausgeliehenen Bücher zu verschlingen. Dabei fiel er einem in Danzig wohnenden Engländer auf, der von da an seine Bildung förderte und sich dafür einsetzte, dass der junge Falk ein Gymnasium besuchen konnte. Falk wurde zunächst Schriftsteller und Journalist. Christoph Martin Wieland wurde sein väterlicher Gönner und Förderer und holte ihn nach Weimar. Dort gehörte er zu den prägenden Persönlichkeiten des kulturellen und sozialen Lebens. Zu Unrecht ist er hinter den vier großen Klassikern fast in Vergessenheit geraten.

Falks Bedeutung liegt auf dem Gebiet der Sozialpädagogik. Unter dem Eindruck von Not und Verwahrlosung als Folge der napoleonischen Kriege sowie des Todes von vieren seiner Kinder innerhalb nur eines Jahres gründete Falk 1813 die „Gesellschaft der Freunde in der Not". Sie betrieb eine Fürsorgeeinrichtungen für eltern- oder heimatlos gewordene Kinder und in der Folge ein Erziehungswerk. Die Initiative Falks war der Beginn bürgerlicher Sozialpädagogik in Deutschland. Prominente wie J. W. von Goethe waren Mitglieder der Gesellschaft. Das Erziehungswerk, in dem nach Falkschen Prinzipien ohne Zwangsmittel und Schläge erzogen wurde, war die erste moderne sozial-pädagogische Ausbildungsstätte in Deutschland. Sie wurde zum Vorbild für ähnliche Einrichtungen in anderen europäischen Städten.

Aus dem literarischen Schaffen Falks ist das 1795 von ihm geschriebene Weihnachtslied „Oh du fröhliche ..." bis heute bekannt und populär.

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