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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Thomas Mann

Thomas Mann

Daniel Krüger

Der geborene Lübecker Thomas Mann war wiederholt in Weimar zu Gast. Er verehrte Goethe und sah sich selbst in dessen Nachfolge.

Mit seinem 1939 erschienenen Roman „Lotte in Weimar" hat er ein Bild des alternden Geheimrats und seines Umfeldes gezeichnet. Es gipfelt in dem von Goethe zitierten chinesischen Sprichwort: „Der große Mann ist ein öffentliches Unglück."

Thomas Mann - Buddenbrookhaus
Thomas Mann - Buddenbrookhaus
Mann stellt Goethe als jemanden dar, der weiß, dass von ihm Besonderes erwartet wird, entsprechenden Anspruch auch an sich selbst stellt und bemüht ist, ihn in seine reale, für irdische Freuden und Bedürfnisse durchaus aufgeschlossene Welt einzufügen. Lotte spielte eine Rolle an einem der Eckpunkte seines Lebens, am Scheideweg des damals 23-jährigen, vom ewig Weiblichen angezogenen jungen Mannes und seinem beginnenden Genie. Für den erfolgreichen Dichter ist ihre Bedeutung verblasst, durch den „Werther" aber für seine Mitmenschen verewigt worden.

Thomas Mann hat Weimar als „Stadt unsterblichen Ruhms" bezeichnet. Dabei dachte er nicht nur an Goethe, sondern auch an die vielen anderen Dichter, Denker und Kulturschaffenden, die zu diesem Glanz beigetragen haben.

1949 kam er erstmals wieder aus seinem Exil nach Deutschland. Drei Tage hielt er sich in Weimar auf, nahm die Ehrenbürgerurkunde der Stadt und den Goethe-Nationalpreis entgegen und bedankte sich im wiedererrichteten Deutschen Nationaltheater vor der dort aufgestellten Goethebüste mit einer großen Rede.
In seinem Todesjahr, 1955, kam Mann ein letztes Mal nach Weimar. Anlass waren die Gedenkfeierlichkeiten zum 150. Todestag Friedrich Schillers. In seiner Festansprache beschwor er Würde und Ehre der Menschheit und das von Schiller und den Weimarer Klassikern entworfene Ideal der Humanität.


Thomas Manns Bedeutung für Deutschland skizziert Florian Russi wie folgt:

1929 erhielt der in Lübeck geborne Schriftstelle Thomas Mann (1875-1955) den Literatur-Nobelpreis für seinen Roman „Die Buddenbrooks". Thomas Mann war ein Meister der sprachlichen Formulierung. Seine Romane („Der Zauberberg", „Doktor Faustus" u. a.) und Novellen („Der Tod in Venedig" u. a.) gehören heute noch zu den meistgelesenen der deutschen Literatur.
Während der Zeit des 2. Weltkrieges, die er im amerikanischen Exil verbrachte, galt Thomas Mann international als führende Stimme der nicht von der Ideologie des Nationalsozialismus befallenen Deutschen.

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Literatur:
Thomas Mann: „Lotte in Weimar", S. Fischer Verlag, Frankfurt 2000
Günther, Huschke, Steiner (Hrsg.): „Weimar, Lexikon der Stadtgeschichte", Verlag Herrmann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998
Florian Russi: „Worauf wir stolz sein können", 2. Auflage, Bertuch Verlag, Weimar, 2005

Foto oben: Thomas Mann 1937, fotografiert von Carl van Vechten
Foto unten: das Buddenbrookhaus in Lübeck, fotografiert von Andreas Geick, 2008

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