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Goethe hat ihn bewundert von Horst Nalewski

Horst Nalewski
Goethe hat ihn bewundert.

Goethes Begegnungen mit Felix Mendelssohn Bartholdy.

Der Musikkenner und international geachtete Literaturwissenschaftler Horst Nalewski erzählt anhand fünf ausgewählter Beispiele von dem außergewöhnlichen Aufeinandertreffen und Zusammenwirken zweier Künstler. Eine CD mit den Musikstücken liegt diesem Büchlein bei.
Erschienen 2011 im Bertuch Verlag.

Wieland - Anekdote

Wieland - Anekdote

Anette Huber-Kemmesies

Wieland-Denkmal in Weimar
Wieland-Denkmal in Weimar

Christoph Martin Wieland war von 1772 - 1798 am Hofe Anna Amalias als Prinzenerzieher und Hofrat der Herzogin tätig. Hier war es auch, wo der Dichter Wieland seinen „Oberon" verfasste. Erstmals herausgegeben wurde es im Jahre 1780 und bis 1796 siebenmal verändert. Das Epos nahm unter anderem Einfluss auf Schillers „Don Carlos" oder Mozarts „Die Zauberflöte". Und auch am Hofe Anna Amalias, der sich durch das große Interesse an den Künsten auszeichnete, erlangte Wielands „Gedicht in vierzehn Gesängen" (so lautet der Untertitel) große Beliebtheit, so auch beim Geheimrat von Fritsch.

Die Folgende Anekdote schildert, wie durch Unaufmerksamkeit oder schlichtes Verhören eines Bediensteten der Versepos zum Kleidungsstück wurde.

 

„Eines Tages kam ein Bedienter  des geheimen Raths F. zum Hofrath Wieland gelaufen und sagte: „Sein Herr lasse dem Herrn Hofrath sein Compliment vermelden, und sich seinen Oberrock ausbitten." Wieland stutzte und konnte gar nicht begreifen, was der geheime Rath mit seinem Oberrock machen wollte; da indessen ein Scherz dabei obwalten konnte, ließ er wirklich sein Kleid verabfolgen. Nach einigen Augenblicken kam aber der Bediente in großer Angst wieder und sagte ganz beschämt, daß nicht der Oberrock des Herrn Hofraths, sondern sein Oberon gemeint sei."

 

(Quelle: Das große deutsche Anekdoten-Lexikon, Verlag von Fr. Bartholomäus Erfurt 1843/44.)

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Bildquellen:

Porträt Wielands von Ferdinand Jagemann, 1805, Wikipedia, Gemeinfrei

Wieland-Denkmal in Weimar, Cindy Wiegand