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Handreichung zu den Schülerarbeitsheften


Anne Volkmann und Annett Zilger

Beigabe für Eltern und Pädagogen

Stefan Wolf

Stammhaus der Familie war eine Mühle bei Camburg, etwa 40 km von Weimar entfernt im heutigen Saale-Holzland-Kreis gelegen. Irgendwann verschlug es dann die Vorfahren nach Odessa und schließlich nach Berlin, wo Stefan Wolf am 6. Dezember 1961 geboren wurde. Er schloss zunächst eine Banklehre ab und studierte dann an der Freien Universität in Berlin Rechtswissenschaften. Nebenbei arbeitete er 10 Stunden in der Woche als Kreditsachbearbeiter bei der Commerzbank und verdiente sich damit das Geld fürs Studium.

Nach dem Assessorexamen wurde er zunächst Richter am Berliner Kammergericht. Dann führte die Kombination von Bank- und Juristenausbildung dazu, dass er zum Staatsanwalt mit dem Zuständigkeitsbereich Wirtschaftskriminalität berufen wurde. Für ihn überraschend folgte dann 2001 die Berufung zum Bürgermeister und Beigeordneten für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Bauwesen der Stadt Weimar. Als er sich 2006 nach dem Ausscheiden von Volkhardt Germer um dessen Nachfolge bewarb, wurde er im entscheidenden Wahlgang mit 58,3 % der Stimmen zum neuen Weimarer Oberbürgermeister gewählt.

Seit 1982 ist Stefan Wolf Mitglied der SPD. Mehr als in der Politik hat er sich jedoch im kirchlichen Bereich engagiert. Er beteiligte sich maßgeblich in der evangelischen Jugendarbeit und war viele Jahre Vorsitzender seiner Berliner Heimat-Kirchgemeinde.

OB Stefan Wolf im Gespräch mit Studenten
OB Stefan Wolf im Gespräch mit Studenten

Zwei Hauptziele hat sich Wolf für Weimar gesetzt. In Zusammenarbeit mit den örtlichen Hochschulen und der einheimischen Industrie und Wirtschaft will er die Stadt zu einem Zentrum für Kreativität entwickeln. Dabei sieht er gute Voraussetzungen. Die Kulturhauptstadt war nicht nur die Wirkungsstätte von Goethe  und den Klassikern der Literatur, sondern auch von Musikern, Vertretern der Bildenden Kunst und vielen anderen schöpferischen Menschen. Auch heute gibt es viele Brennpunkte kreativen Schaffens. So finden viele Existenzgründungen im Medienbereich und in der Ingenieur-Technik statt. Rund 30.000 Arbeitsplätze benötigen die Bürger der Stadt. Der Kulturtourismus deckt nur einen geringen Anteil dieses Bedarfes ab.

Weimar ist für Wolf aber auch ein „Lernort"  für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Zu seinen Traditionen gehören die aufgeklärten Geister der deutschen Klassik ebenso wie die Gründer der Weimarer Republik und leider auch die Nationalsozialisten, die Menschlichkeit und Bürgerrechte mit Füßen traten und auf dem nahen Ettersberg eine Stätte massenhafter Verbrechen schufen. Wer Weimar besucht, wird auf Schritt und Tritt zum Nachdenken angestoßen.

Stefan Wolf versteht Weimar als große Herausforderung und er möchte mit den Bürgern und Freunden der Stadt ein Gesamtkunstwerk daraus formen.

In seinem Privatleben liebt er Reisen und Klassische Musik, insbesondere Opern. Gustav Mahler, Anton Bruckner und Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch zählen zu seinen Favoriten.

Fragebogen: Stefan Wolf

Fragen zu Weimar

Wann waren Sie das erste Mal in Weimar?
Mitte der 80-er Jahre habe ich als Tourist Weimar im zeitigen Frühjahr besucht. Seitdem war ich immer wieder in Weimar. Seit 2001 bin ich Bürger der Stadt.

Wie war Ihr erster Eindruck?
Mein positiver Eindruck von den wunderbaren Gärten wurde damals leider durch den alles überlagernden Smog etwas getrübt.

Haben Sie einen Lieblingsplatz in Weimar?
Ich liebe die Weimarer Parklandschaften, ganz besonders den Park in Tiefurt. Dort erhole ich mich und lade auch gern Gäste in die dortige Remise ein.

Wer ist für Sie die bedeutendste Person in Weimar? (der Vergangenheit und/oder der Gegenwart)
Johann Wolfgang von Goethe. Denn Goethe war das Genie, das es durch sein Wirken geschafft hat, Weimar zur „geistigen Hauptstadt Deutschlands" zu machen, wie schon Mme de Stael betonte. 

Welche Projekte o. Ä. haben Sie in Weimar durchgeführt?
Als Wirtschaftsbürgermeister waren der Innenstadthandel und der Bau des Atriums ein wichtiges Projekt für mich. Als Oberbürgermeister dieser Stadt bin ich letztendlich für alle städtischen Projekte verantwortlich. Dazu gehört natürlich auch ganz grundsätzlich die Daseinsvorsorge für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Mit der Neuaufstellung der Stadtwerke und der Verkehrsbetriebe durch die Weimarer Holding „Stadtwirtschaft GmbH" oder mit der Übernahme von acht Schulen durch die Weimarer Wohnstätte zum Zweck ihrer Sanierung sind wir hier in den letzten Jahren ein großes Stück voran gekommen. Voran gekommen sind wir so aber auch beim Schuldenabbau. Besonders kümmere ich mich um die Bereiche Stadtentwicklung, Kultur und Wirtschaftsförderung, die ich gleich nach meiner Wahl im Jahre 2006 zur „Chefsache" gemacht habe. Im Kulturbereich ist es mir wichtig, die Zukunft des DNT als Dreispartentheater zu sichern. Und ich freue mich, dass sich das Festival „Yiddish Summer" immer besser entwickelt.

Persönliches:

Wo ist Ihre Heimat? Was verbinden Sie mit ihrer Heimat?
Auch wenn ich bin in Berlin geboren bin - meine Heimat ist Weimar. Aus der Weimarer Umgebung stammen übrigens auch meine Vorfahren mütterlicherseits, die hier eine Mühle betrieben haben.

Welche Ziele haben Sie bisher erreicht?
Siehe oben unter „Projekte".

Welche Ziele haben Sie für die Zukunft?
Im Jahre 2009 jähren sich zwei nicht nur für Weimar wichtige Ereignisse zum 90. Male: 1919 tagte im Weimarer Hoftheater die Nationalversammlung und verabschiedete die erste demokratische Verfassung Deutschlands. Dies sollte uns auch für das Wahljahr 2009 mit seinen vier Wahlen für die Weimarer Bürgerinnen und Bürger ein Ansporn sein: Denn natürlich ist unser Ziel ein lebendiges, demokratisches und geistig waches Weimar, in dem Toleranz und Menschenfreundlichkeit das höchste Gebot ist.

Im gleichen Jahr 1919 wurde aber auch das „Staatliche Bauhaus Weimar" gegründet. Beide Ereignisse werden 2009  im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen: Das Stadtmuseum bereitet die Sonderausstellung „Weimar 1919 - Chancen einer Republik" vor und viele Veranstaltungen werden sich dem Thema widmen.  90 Jahre Bauhaus Weimar sind für die gesamte ImPuls-Region der Anlass, ein gemeinsames Bauhausjahr zu gestalten. Ich freue mich sehr, dass wir hier auch Erfurt, Jena und das Weimarer Land mit ins Boot bekommen haben. Und auch das Schiller-Jahr dürfen wir nicht vergessen. 2009 wird also einmal wieder ein Jahr, in dem die Welt auf Weimar schaut. Und deutlich ist zu sehen: Weimars kulturelles Erbe steht auf mehreren Beinen. Nur deshalb sind wir ein kultureller und historischer Symbolort für ganz Deutschland. Diese Perspektive müssen wir weiter entfalten - zum Beispiel, indem wir in Weimar schnellstmöglich das neue Bauhausmuseum realisieren.

Wichtig aber ist mir über dieses Jahr hinaus auch, weiterhin den Studenten in unserer Stadt ihren Raum und ihre Möglichkeiten zur Entfaltung zu geben. Wir sind eine vergleichsweise junge Stadt in Thüringen. Dies können wir nur bleiben und dabei auch unsere Kreativität und Wirtschaftskraft weiter entfalten, wenn wir unsere jungen Fachkräfte in der Stadt halten.

Was war für Sie Ihr größter Erfolg?
Mein erster großer Erfolg - noch als Bürgermeister der Stadt - war die Stärkung des Weimarer Einzelhandels und die Entwicklung des Atriums als dem zweiten großen Handelsstandort in der Innenstadt. Aber auch die starke Senkung der Pro-Kopf-Verschuldung der Weimarer Bürgerinnen und Bürger in diesem Jahr ist für mich eine große Genugtuung. Aber natürlich ist beides nicht der Erfolg einer Einzelperson, sondern immer nur im Team und in Zusammenarbeit mit dem Stadtrat möglich.

Welches Land, das Sie bisher besucht haben, war für Sie das Beeindruckendste (und warum)?
Ägypten, wegen seiner alten Kultur.

Welches Land möchten Sie unbedingt noch besuchen (und warum)?
Neuseeland, wegen seiner sicher beeindruckenden Landschaften.

Welche drei Bücher würden Sie mitnehmen auf eine einsame Insel?
Die Bibel, und einen Krimi von Andrea Camilleri und Tolstois „Krieg und Frieden" .