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Johann Gottfried Herder

Die Welt von der anderen Seite sehen, Klarheit über Geist und Seele gewinnen - das treib den achtzehnjährigen Johann Gottfried Herder aus dem kleinen Ort Mohrungen in Ostpreußen. Königsberg, Riga. Die Reise über das Meer. Nantes, Paris, Brüssel, Amsterdam, Hamburg, Hannover, Kassel, Darmstadt, Bückeburg.

Ideenreich und einfühlsam, auf der Suche nach Freunden, nach Köpfen und Herzen, lernt Herder im Herbst 1770 Goethe kennen. Der holt ihn schließlich, den jung und glücklich Verheirateten, 1775 nach Weimar. Dort aber zerreiben sich Herders Kräfte zwischen kirchlichem Amt und wissenschaftlich-literarischen Interessen. Menschliche Wärme und Würde findet er wenig. Goethe, eng an Herzog und Hof gebunden, ist ihm nicht Freund genug. Herder will 1789 Weimar den Rücken kehren, Göttingen lockt. Doch Goethe gelingt es, Herder zu halten. Er bleibt in Weimar und schreibt, übersetzt, macht historische Ereignisse und vor allem Personen zu fruchtbaren Erkenntnissen und zieht Parallelen - zu sich und für seine Gegenwart. Geschichte der Natur und des Menschen und die freie Entwicklung des Individuums sind die zentralen Ideen, finden in essayistischen und poetischen Produktionen Gestalt. Es „hegelt" in Herders Texten.

Er reibt sich an Kantischer Philosophie, an Schillers Ästhetik, an Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre", an der Frühromantik. Jean Paul hält zu ihm.

Und Caroline, seine Frau.

Ein Jahr vor seinem Tod schreibt er das kleine Drama „Admetus Haus". Im Epilog heißt es:

In einem Wort, ihr Freunde, liegt das Glück
Des Menschenlebens ...
... Wer in sich erliegt,
Ist elend; wer für andre wirkt, in ihnen
Genießt und lebt, er ist der Selige.
...
Das Zauberwort der Liebe heißt: „Für Dich!"

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Literatur:

Herders Werke in fünf Bänden, Aufbau-Verlag Berlin und Weimar, 1969
Goethes Briefe in drei Bänden, Aufbau-Verlag Berlin und Weimar, 1984
Wilhelm Dobbek: Karoline Herder. Ein Frauenleben in klassischer Zeit, Hermann bählaus Nachfolger, Weimar 1963
Rüdiger Safranski: Romantik. Eine deutsche Affäre, Carl Hanser Verlag München 2007

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* Lesen Sie auch den Artikel über Johann Gottfried Herder von Daniel Krüger