Lese-Reihe

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.weimar-lese.de

Weiterempfehlen

Weimar-Skizzen
Wunderschöne Ansichten der Klassikerstadt - gezeichnet von Gerhard Klein (3. Aufl. 2010, erschienen im Bertuch Verlag).
Das Restaurant Mövenpick

Das Restaurant Mövenpick

Karla Augusta

Weimar liegt zwar nicht am Meer, aber Möwen, genau genommen eine schweizerische, gibt es trotzdem. Niedergelassen hat sie sich an einem der schönsten Plätze von Weimar, am Frauenplan. Das wiederum zeugt von Geschmack. Und wo wir gerade beim Thema Geschmack sind, die Möwe steht nicht nur für Eleganz und Leichtigkeit sondern vor allem für kulinarische Köstlichkeiten.

Mit Skepsis, wie alles was neu und anders ist in unserem Städtchen, beäugten die Weimarer den Neuzugang in ihrer Restaurantlandschaft. Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht und was der Weimarer nicht will wird rausgeekelt ... so war‘s schon zu Goethes Zeiten und so ist es noch heute. Wahrscheinlich hat man genau aus diesem Grunde einen äußerst kommunikativen und rührigen Geschäftsführer für diesen Mövenpickstandort gewählt, denn für Weimar, so liebreizend es uns erscheinen mag, braucht man nun mal Nerven wie Drahtseile. Doch es hat sich gelohnt, und das für alle Beteiligten.

Restaurant Moevenpick
Restaurant Moevenpick
Schaut man auf die Geschichte des Hauses, bei den Weimarern als „Schallerscher Hof" bekannt, stellt man wohlwollend fest, dass man auf gutem Wege ist, die Traditionen der ehemaligen Bewohnerin fortzusetzen: 1707 fast zeitgleich mit Goethes Wohnhaus errichtet, wurde die barocke Dreiflügelanlage 1779 von Gräfin Bernstorff, Witwe des großen dänischen Staatsministers Johann Hartwig Ernst von Bernstorff erworben. Wie einst in ihrem neuen Palais, wechseln sich auch heute hier Lesungen, Empfänge und Konzerte ab. Übrigens, mal so ganz nebenbei bemerkt, eine schöne Idee, den ach so misstrauischen Weimarer auf sympathische Art und Weise „anzufüttern" :-)

Ach ja, apropos „füttern" - Ich bin das beste Beispiel dafür, dass diese Strategie funktioniert! „Cottage-Cheese-Torte" heißt mein ganz persönliches Zauberwort und lässt mich fast jeden 2. Tag hechelnd auf der Mövenpickschen Matte stehen. Man könnte es auch als „klassisches Suchtverhalten" definieren. Der Verzehr dieses Käsekuchens aus dem Hause Mövenpick ist schlicht und ergreifend ein orgiastisches Erlebnis und durch keinen anderen Käsekuchen der Welt zu toppen. Trotz intensiven Wimpernklimperns und aufreizender Haltung am Kaffeetisch ließ sich der Chef bis heute nicht zur Preisgabe des Geheimrezeptes hinreißen ...

Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen, aber, wir erinnern uns, der Weimarer braucht mehr! Ob es an dem stetig wachsenden originellen Veranstaltungsprogramm, den lauschigen Sitzplätzen unter den Arkaden und im Innenhof, dem überaus freundlichen und zuvorkommenden Personal, das einen schon nach kürzester Zeit beim Namen nennt oder ob es an dem „etwas anderen" Ambiente liegt - die Gefahr aus Weimar „vergrault" zu werden scheint gebannt. Die Zahl der Stammgäste wächst, neue kommen hinzu und bleiben.

Und überhaupt: die schönste knallrote Kuh steht nun mal vorm Mövenpick ... na, wenn das nicht Grund genug ist, es zu lieben!

Eure Karla Augusta


P.S.: Und wer sich immer noch wundert warum „Möve" statt „Möwe" und wieso überhaupt der Name „Mövenpick": Eine Möwe, die im Flug einen Happen aufpickt, gibt dem Restaurant seinen Namen, wobei das „w" in Möwe einem „v" weichen musste, da es sich aus Designersicht besser als fliegender Vogel darstellen ließ.

----------

Im Internet finden Sie das Restaurant Mövenpick unter www.moevenpick-gastronomy.com

----

Fotos: Florian Russi